Steak Tatar original lecker wie in Paris

20. November 2022
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Stell dir vor, du sitzt in einem Bistro und bestellst dir ein Steak tatar. Viel französischer kann man vermutlich nicht essen und das Leben genießen – außer man bestellt Brioche oder Baguette in einer dieser sagenhaften Boulangerien. Spätestens nach meinem ersten Besuch bin ich verliebt in Paris. Nicht nur in die schöne Stadt hat mich begeistert, sondern auch die Detailliebe, mit der viele Franzosen essen und genießen. Deshalb habe ich meine Begeisterung für Steak Tatar (das dort Steak Tartar geschrieben wird) einfach mit nach Deutschland genommen und an einem leckeren Rezept getüftelt, mit dem man sich auch zuhause etwas Paris in die Küche holen kann. Das Ergebnis ist einfach gemacht und köstlich.

Steak tatar Rezept von ÜberSee-Mädchen Foodblog vom Bodensee

Das heutige Rezept hört auf viele Namen: Steak Tartar, Steak Tatar, Beefsteak Tatar oder Rindfleisch Tatar. Diese Bezeichnungen meinen fast das gleiche: Ein Rindsteak wird erst fein gewürfelt und dann mit wenigen guten Zutaten zu einer leckeren französischen Vorspeise verarbeitet. Dabei bleibt das Rindfleisch roh – und sollte deshalb von guter Qualität sein. Manche toppen das Steak Tatar abschließend noch mit einem Eigelb, doch bei meinem Rezept wird es gleich ins Tatar gegeben. Das hat gleich zwei Vorteile: Wir können daraus zusammen mit Senf eine cremige Sauce rühren und diese dann gleichmäßig mit dem Fleisch vermischen.

Steak tatar, Beefsteak oder doch Rindfleisch Tatar? Die Unterschiede

Steak tatar ist ähnlich beliebt wie das italienische Carpaccio und findet sich auf vielen Speisekarten bei den Vorspeisen. Je nachdem, wie originalgetreu der Ort oder der Wirt ist, steht es dort dann als Steak Tartar, denn so schreiben es die Franzosen.

Was ist Tatar?

Der Begriff Tatar bezeichnet eine Zubereitung von magerem Rinderhackfleisch, bei der das Fleisch klein gehackt wird. Je nach Vorliebe wird das Fleisch dafür durch einen Fleischwolf gedreht oder mit einem Messer zerkleinert. Laut Lebensmittellexikon werden für Rindfleischtatar auch mit Sehnen durchzogene Fleischteile verwendet, die zuvor pariert wurden. Daher wird Tatar auch gehacktes Schabefleisch genannt. Für Fonds usw. wären diese Teile zu schade. Tatar bezeichnet übrigens auch eine Person aus dem Volk der Tataren, auf diese geht der Name offenbar ursprünglich zurück. Inzwischen gibt es auch Fischtatar oder Gemüsetatar.

Was unterscheidet Tatar von Tartar?

Vor allem die Schreibweise: Im Deutschen ist nur der Begriff Tatar korrekt, der Duden kennt kein Tartar. Das habe ich beim Lachstatar gelernt, anfangs hatte ich es noch als Lachstartar bezeichnet… Tatar ist übrigens nicht zu verwechseln mit Sauce tartare, das ich nochmal was anderes.

Seit wann isst man Steak Tatar?

Laut der Gourmet-Bibel Frankreich* erschien Steak Tartar erstmals 1876 auf der Speisekarte eines Theaterstücks, wurde zu der Zeit aber auch in Belgien oder Nordfrankreich ähnlich mit Pferdefleisch gegessen. Der Legende nach gab es schon vorher ein ähnliches Gericht bei den Tataren, also einem Nomadenvolk – mehr Infos zu diesem Aspekt findest du hier. 1938 findet sich dann ein Rezept für Steak Tartar im Laorusse gastronomique – das gilt als weltweit größte Koch-Enzyklopädie mit inzwischen 4000 Rezepten und ist bis heute ein Standardwerk der französischen Küche*.

Welche Beilagen reicht man zu Steak Tatar?

Du kannst Rindfleisch Tatar simpel mit Cornichons und Baguette genießen, aber auch mit Pommes frites und/oder grünem Salat zu einer vollständigen Mahlzeit machen.

So schmeckt es in Paris – oder doch in ganz Frankreich?

Inspiration für das Steak Tatar Rezept war das Buch „Zu Tisch in Paris“ aus dem Thorbecke-Verlag*, das ich als Rezensionsexemplar erhalten habe (daher der Hinweis: Werbung). Einige Monate nach meinem Paris-Besuch hat es mich an das leckere Gericht erinnert – und in Erinnerungen schwelgen lassen. Denn neben einigen ansprechenden Rezepten vermittelt das kleine, aber feine Buch auch etwas Paris-Stimmung. Oder ist es eine allgemeine Frankreich-Stimmung? Denn Gerichte wie Salade Niçoise, Ratatouille oder eine Quiche stammen aus anderen Regionen Frankreichs.

Wer „Zu Tisch in Paris“ in die Hand nimmt, merkt gleich, dass es kein neues Standardwerk ist. Dafür empfehle ich die Gourmet-Bibel Frankreich* aus dem Christian-Verlag, die unzählige Informationen zur französischen Küche anschaulich aufgearbeitet hat und dabei auch 375 Rezepte verrät. Die Gourmet-Bibel kostet aber auch deutlich mehr. Das nahezu quadratische Buch aus dem Thorbecke-Verlag ist eher ein Appetithappen, ähnlich wie ein Steak Tatar stillt es den ersten Hunger und macht neugierig auf die französische Küche im Allgemeinen.

Denn die nach eigenem Anspruch besten Rezepte aus Cafés und Bistros umfassen natürlich auch Klassiker wie ein magisches Baguette, das bekannte Coq au vin oder ein fluffiges Mousse au chocolat.

Blick ins Kochbuch: „Zu Tisch in Paris„*

  • Optik: Das Buch hat ein ungewöhnliches, kleineres Format und kommt im ansprechenden Retro-Stil daher. Jedes Rezept hat ein ganzseitiges Bild, außerdem versetzen einige Paris-Bilder in die französische Hauptstadt. Ein Lesebändchen gibt es nicht.
  • Inhalt: Das Menü dieses kleinen Kochbuchs ist klassisch und hält sich kaum in Paris, dafür in ganz Frankreich auf. Nach dem Frühstück gibt es Snacks, Vorspeisen, Hauptgerichte sowie Desserts. Außerdem gibt es Extras wie Tipps für die erste Orientierung in Paris oder Shopping-Adressen für Gourmets. Die 47 Rezepte sind ansprechend und vielseitig. Sie sind gut beschrieben, kommen aber ohne viele Worte aus. Da hätte ich mir etwas mehr gewünscht – die Details zum Steak Tatar sind nicht einmal kurz angerissen. Außerdem arbeitet das Rezept für Steak Tatar mit Hackfleisch und platziert das Eigelb in der Eierschale auf dem Rindfleisch Tatar – Vorsicht Salmonellengefahr! Denn an der Eierschale haften die meisten Bakterien, die Durchfall auslösen können. Davon abgesehen fehlen mir im gesamten Buch Zubereitungszeit und ein Register.
  • Fazit: Ein hübscher Appetithappen mit Klassikern der französischen Küche, der Lust auf einen Abstecher ins Nachbarland macht. „Zu Tisch in Paris„* ist ein nettes Kochbuch für Menschen, die einen ersten Eindruck der Landesküche wünschen, bald nach Frankreich reisen (oder jüngst da waren) – oder schlicht wenig Platz im Regal haben. Wer tiefer in die französische Küche und ihre Eigenheiten oder speziell die Pariser Küche eintauchen möchte, ist mit anderen Büchern besser beraten.

Klassisch fein: Einfaches Rezept für Steak tatar

Unbedingt zu einem Steak Tartar gehören Rindfleisch (am besten Filet oder von der Hüfte), Salz, Pfeffer, Eigelb sowie zum Abschmecken Kapern sowie Zwiebeln. Wobei man auch bei den Zwiebeln variieren kann, ob es rote Zwiebeln, Schalotten oder Frühlingszwiebeln sein sollen. Noch mehr Geschmack bringen Senf, Worcestershire Sauce, Olivenöl, Kräuter wie Schnittlauch oder Petersilie sowie ein Schuss Tabasco, falls man es scharf mag.

Und was ist mit Cornichons? Die kann man sowohl dazu als auch fein gewürfelt in der Fleischmasse genießen, die Kombination schmeckt köstlich.

Achtung: Das Fleisch bleibt beim Rindfleisch Tatar roh!

Beim Rindfleischtatar wird das Fleisch nur klein geschnitten, nicht gebraten oder gekocht. Daher sollte das Fleisch richtig guter Qualität sein! Auch wenn das etwas mehr kostet. Außerdem sollte das Rindfleisch durchgehend gekühlt werden. Pro Person rechnet man übrigens mit 150 bis 180 Gramm.

„Beim Einkauf sollte man darauf achten, dass bereits durchgelassenes Fleisch nicht gräulich oder grünlich schimmert und nicht abgetrocknet, sondern gleichmäßig dunkelrot aussieht.“

Jörg Stürmer, Fachtierarzt für Lebensmittelhygiene am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt in Stuttgart, zur dpa

Wenn das Tatar einmal geschnitten ist, sollte es möglichst direkt und restlos verzehrt werden. Schwangere sollten auf Beefsteak Tatar komplett verzichten – auch wenn es schwer fällt, weil die französische Vorspeise wirklich lecker ist.

Wie fein du das Fleisch schneidest, ist übrigens Geschmackssache: Manche schneiden es sehr fein, damit es besonders zart ist. Andere mögen den Biss, den etwas größere Fleischstücke mit sich bringen.

Steak tatar mit Kapern wie in Frankreich

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Zartes Rindfleisch wird fein gewürfelt zu einer köstlichen Vorspeise. Mit diesem Rezept schmeckt Steak Tatar wie im französischen Bistro!

einfach
  • Vorbereitungszeit:
    25 Minuten
  • Gesamtzeit:
    25 Minuten

Zutaten

2 Portionen
300 g Hüftsteak vom Rind
2 Frühlingszwiebeln (alternativ Schalotten)
2 Eigelb
1 EL Kapern
1 EL Olivenöl
1 EL Worcestershire Sauce
0.5 Bund Schnittlauch (alternativ Petersilie)
1 TL Senf
etwas Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Frühlingszwiebeln und Schnittlauch waschen, trocknen und möglichst klein schneiden.
  2. Rindfleisch mit einem sehr scharfen Messer in kleine Würfel schneiden. Mit kleinen Würfeln wird das Tatar zarter, mit großen Würfeln bekommt es mehr Biss.
  3. In einer Schüssel die Eigelbe mit Senf vermischen. Dann nach und nach das Olivenöl zugeben, bis eine cremige Sauce entsteht. Das erinnert an eine Mayonnaise.
  4. Rindfleisch mit Frühlingszwiebeln, Schnittlauch, Kapern und Worcestershire Sauce zu der cremigen Sauce geben und gut vermengen. Anschließend servieren. Besonders hübsch wird es, wenn du das Steak tatar dafür in einer Schüssel oder einem größeren Dessertring* in Form bringst. Dazu kannst du Cornichons und Baguette reichen. Mit Pommes frites und/oder Salat wird es zur kompletten Mahlzeit.

Notizen

Tipp: Du kannst das Fleisch vorab für 30 Minuten in den Gefrierschrank packen, dann lässt es sich besser schneiden.

Wie findest du das Rezept?

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*Affiliate-Link

Falls du nach dem Steak Tatar Rezept nun Lust hast, weitere Dinge kleinzuschneiden und zu Tatar zu verarbeiten: Wie wäre es mit Lachstatar? Thunfischtatar? Oder einer vegetarischen Variante ohne Fisch oder Fleisch, nur mit Gemüse? Rote-Bete-Tatar wird mit Ziegenkäse besonders lecker.

Über mich

Hallo, ich bin Isabelle, 31 Jahre alt und lebe am schönen Bodensee. Auf meinem Blog ÜberSee-Mädchen.de zeige ich vor allem einfache Rezepte für leckeres Essen. Meine Kochkarriere begann mit der Sehnsucht nach Heimatküche wie Grießklöschensuppe oder schwäbischen Wurstspätzle. Seitdem habe ich viele Stunden in der Küche verbracht und allerlei Köstlichkeiten ausprobiert. Sieh dich ein wenig um und lass es dir schmecken.

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