Eisenbahner Plätzchen | einfach noch besser als Ochsenaugen!

5. Dezember 2022

Zuletzt aktualisiert am 16.05.2024

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Zarter Mürbeteig bedeckt mit so viel leckerer Marmelade, dass die mit einem Marzipanrand im Zaum gehalten werden muss. Ochsenaugen sind was Leckeres – manchmal werden sie auch Pfauenaugen genannt und ganzjährig beim Bäcker verkauft. Doch beim Plätzchenbacken sind sie etwas aufwändig. Denn man muss erst Teig rund ausstechen, dann einen Marzipanrand aufspritzen, dann Marmelade hineinfüllen. Und wenn man Pech hat, sieht das Ergebnis dann gar nicht mal so hübsch aus. So war meine erste Erfahrung mit einem Ochsenaugen-Rezept. Während ich überlegt habe, wie ich es verbessern kann (kleinere Form, Teig vorbacken, noch mehr Marmelade?), ist mir ein Rezept für Eisenbahner Plätzchen über den Weg gelaufen. Und das sind quasi Ochsenaugen, aber besser!

Eisenbahner Plätzchen mit Marzipan Rezept von ÜberSee-Mädchen

Denn bei Eisenbahnern spart man sich einigen Aufwand und bekommt am Ende den bewährten leckeren Geschmack: Zarter Mürbeteig bedeckt mit leckerer Marmelade und Marzipanrand. Allerdings nicht kreisförmig, sondern von einer langen Teigbahn abgeschnitten. Das erinnert optisch an Eisenbahn-Schienen, daher offenbar der Name Eisenbahner. Und das überzeugt auch die Ochsenaugen-Fans. Mein Lieblingskollege war schon ganz angetan, als ich einige meiner Ochsenaugen auf Instagram gezeigt habe. Wobei er betont hat, dass die im Hegau keiner Ochsenaugen nennt, sondern Pfauenaugen. Als ich ihm wenig später auch Eisenbahner mitgebracht habe, hat er die mindestens genauso schnell verschlungen.

Ich liebe ja Plätzchenrezepte ohne unnötiges Gefummel wie Orangenkugeln oder Marzipankissen. Ganz ohne Gefummel geht es bei den Eisenbahnern nicht, doch das bisschen Mühe lohnt sich definitiv! Eisenbahner zählen jetzt zu den absoluten Favoriten unter den Plätzchenrezepten. Warum habe ich sie nicht schon früher entdeckt? Schließlich zählen sie bei manchen zum Klassiker auf dem Plätzchenteller. Und sie brauchen sogar mehr Eiweiß als Eigelb – perfekt, um anschließend Weinkränzchen meiner Oma oder Vanillekipferl zu backen.

Die drei wesentlichen Zutaten für Eisenbahner Plätzchen

Du brauchst drei M’s, um aus wenigen simplen Zutaten richtig leckere Plätzchen zu zaubern: Mürbeteig, Marzipan und Marmelade.

  • Mürbeteig: Es gibt verschiedene Rezepte für Mürbeteig, die sich in den Grammangaben oder beim Ei unterscheiden. Manche verwenden das ganze Ei, andere mögen es noch zartschmelzender und setzen daher nur auf Eigelb. Aber im Wesentlichen sind sich alle einig: Für Mürbeteig brauchst du Mehl, Zucker, Butter, Ei und eine Prise Salz. Nach einer Kühlzeit (die man auch abkürzen kann), lässt sich der Teig dann easy ausrollen und backen.
  • Marzipanmasse: Marzipan-Rohmasse wird für die Eisenbahner zusammen mit Eiweiß zu einer cremigen Masse verrührt, die sich bestens mit einer Spritztülle auftragen lässt. Mit etwas Amaretto wird die Masse noch besser, du kannst auch einen anderen Likör verwenden oder alkoholfreie Alternativen nutzen. Tipp: Marzipan lässt sich besser reiben und zerkleinern, wenn es kalt ist, also am besten vorab in den Kühlschrank legen oder sogar kurz ins Gefrierfach.
  • Marmelade: Welche Marmelade man verwendet, ist Geschmackssache. Klassisch sind Eisenbahner Plätzchen (wie Ochsenaugen) mit dunklem Johannisbeer-Gelee*. Ich greife am liebsten zu einer Waldbeeren-Mischung, habe aber auch Varianten mit Aprikose gesehen. Wichtig ist, dass du eine Konfitüre ohne Stücke verwendest wie diese hier*. Wie bei Engelsaugen auch geben manche die Marmelade vor dem Backen auf die Plätzchen und andere erst danach. Ich mache es davor, denn dann spart man sich das Erwärmen der Marmelade und sie wird nach dem Backen schön fest.

Eisenbahner Plätzchen mit Marzipan Marmelade

Eisenbahner sind die perfekten Plätzchen mit Marzipan und Marmelade: Mit diesem Rezept gelingen sie ohne Ausstechen, mindestens so lecker wie Ochsenaugen.

mittel
  • Vorbereitungszeit:
    1 Stunden 30 Minuten
  • Ruhezeit:
    1 Stunden
  • Backzeit:
    20 Minuten
  • Gesamtzeit:
    2 Stunden 50 Minuten

Zutaten

110 Stücke
Mürbeteig
250 g Mehl
125 g Zucker
125 g Butter
1 Ei
1 TL Vanilleextrakt (selbstgemacht oder gekauft*)
etwas Salz
Marzipanmasse
400 g Marzipan
3 Eiweiß
1 EL Amaretto
Marmeladenfüllung
600 g Konfitüre ohne Stücke wie diese*

Utensilien

Zubereitung

  1. Mehl gut mit Butter, Zucker, Ei, Salz und Vanille verkneten. Den Mürbeteig für eine Stunde abgedeckt im Kühlschrank ruhen lassen.
  2. Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  3. Den Teig auf einer leicht bemehlten Fläche ausrollen und in sechs Zentimeter breite Streifen schneiden. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben. Das Rezept ergibt zwei bis drei Bleche.
  4. Teigstreifen für fünf Minuten vorbacken. Dann kurz abkühlen lassen.
  5. Für die Marzipanmasse das Marzipan raspeln (das geht am besten, wenn es kalt ist) und mit Eiweiß und Amaretto cremig rühren, bis eine geschmeidige Masse entsteht. Es sollten keine größeren Stückchen drin sein, denn die ärgern später beim Aufspritzen.
  6. Marzipanmasse in eine Spritztülle füllen. Dabei hilft es, die Tülle in einen Messbecher zu stellen. Es sollte so wenig Luft wie möglich in der Spritztülle sein.
  7. Das Marzipan gleichmäßig an den langen und kurzen Seiten der Streifen entlang spritzen.
  8. Marmelade kurz mit einem Löffel verrühren, damit sie schön geschmeidig ist, und dann teelöffel-weise auf dem Teigstreifen verteilen. Sei großzügig und verteile die Marmelade gut an den Rändern, sodass der Teig innerhalb der Marzipanränder bedeckt ist.
  9. Für ca. 15 Minuten backen, bis die Marzipanmasse leicht gebräunt ist.
  10. Dann abkühlen lassen, in Streifen schneiden und genießen.

Notizen

Es kann sein, dass du etwas Marzipanmasse übrig hast. Doch da sich ein Teil immer in der Spritztülle versteckt, habe ich lieber etwas übrig als zu wenig.

Wie findest du das Rezept?

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Was bei den Eisenbahnern übrigens genial ist: Aus ein paar Teigstreifen bekommt man richtig viele leckere Plätzchen! Aus einem Mürbeteig mit 250 Gramm Mehl werden so locker 100 Plätzchen, je nach Breite sogar 120. Dadurch lohnt sich der Aufwand noch mehr.

Fragen und Antworten zu den Eisenbahner-Plätzchen

Soll ich den Teig für Eisenbahner vorbacken?

Mit Vorbacken schmecken die Plätzchen besser. Dafür einfach den Teig in Form bringen, einstechen und für fünf Minuten backen. Dann kurz abkühlen lassen, mit Marzipan und Marmelade verzieren und fertig backen. Ohne Vorbacken sparst du zwar wenige Minuten, doch der Teig bleibt sehr weich und das Eisenbahner Plätzchen biegt sich mitunter sogar durch (für euch getestet).

Marmelade vor oder nach dem Backen auftragen?

Da gibt es ähnlich wie bei Engelsaugen verschiedene Ansichten. Ich mag es, die Marmelade vor dem Backen zu verteilen, damit sie beim Backen eine schöne, etwas festere Konsistenz bekommt. Außerdem sind die Eisenbahner Plätzchen nach dem Backen dann fertig und müssen nur noch in Stücke geschnitten werden.

Was nutze ich am besten, um die Marzipanmasse zu spritzen?

Ich habe eine Spritztülle* ebenso probiert wie einen Gefrierbeutel und würde zur Spritztülle raten. Denn der Gefrierbeutel erscheint zwar praktischer beim Hantieren mit der klebrigen Masse, doch damit kann man nicht fest genug drücken, um die Marzipanmasse gleichmäßig auf den Teigbahnen zu verteilen.

Kommt das Marzipan bei Eisenbahnern nur an die Seiten oder auch ans Ende?

Anfangs wollte ich das Marzipan am Ende einsparen, doch es hält die Marmeladenmasse in Grenzen. So läuft sie nicht vom Mürbeteig, sondern macht es sich im Marzipanbecken gemütlich. Daher würde ich empfehlen, die Marzipanmasse rundherum aufzuspritzen.

Wie lang schneide ich die Eisenbahner Plätzchen?

Viele Rezepte schlagen vier Zentimeter vor, doch ich schneide die Teigbahnen sechs Zentimeter breit – so hat extra viel Marmelade Platz darauf. Bei der Breite würde ich Fingerbreite wählen.

Wie bewahre ich Eisenbahner Plätzchen auf?

Die Aufbewahrung ist etwas tricky, da die Plätzchen mit ihrer Marmeladen-Füllung ziemlich feucht sind. Am besten füllt man sie in eine luftdichte Dose (egal ob aus Plastik oder Metall) und trennt die Schichten mit Backpapier. Es macht (überraschenderweise) nichts, wenn die Plätzchen dann aufeinander liegen – sie bleiben formschön und lecker.

Über mich

Hallo, ich bin Isabelle, 33 Jahre alt und lebe in Konstanz am schönen Bodensee. Auf meinem Blog ÜberSee-Mädchen.de zeige ich vor allem einfache Rezepte für leckeres Essen. Meine Kochkarriere begann mit der Sehnsucht nach Heimatküche wie Grießklöschensuppe oder schwäbischen Wurstspätzle. Seitdem habe ich viele Stunden in der Küche verbracht und allerlei Köstlichkeiten ausprobiert. Sieh dich ein wenig um und lass es dir schmecken.

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