Schupfnudeln nach schwäbischem Originalrezept

17. Januar 2021

Heute ist Tag der Kartoffel! Zumindest bei der Aufgetischt-Aktion unserer Bloggerrunde. Der tatsächliche Tag der Kartoffel ist erst im August, doch so lange möchte ich mit diesem schwäbischen Originalrezept für Schupfnudeln nicht warten. Diese Schupfnudeln sind nämlich köstlich! Als Kind habe ich sie meistens herzhaft gegessen mit Sauerkraut und Speck – diese Kombination liebe ich noch heute auf dem Weihnachtsmarkt. Doch Schupfnudeln sind herrlich vielseitig, denn sie schmecken auch süß mit Apfelmus oder Mohn. Und einfach selbstgemacht sind sie auch noch: Ähnlich wie bei Kartoffelknödeln braucht es nur etwas Zeit, damit die mehlig kochenden Kartoffeln vor ihrer Verwendung abkühlen können. Dann geht es überraschend schnell, bis die länglichen Fingernudeln in Wasser gar kochen und dann noch kurz in der Pfanne brutzeln dürfen. Das Rezept habe ich in einem alten schwäbischen Kochbuch meiner Mutter gefunden und musste es ausprobieren. Denn es zeigt eine von den vielen Facetten der tollen Knolle.

Schwäbische Schupfnudeln selbstgemacht aus Kartoffeln Rezept von ÜberSee-Mädchen der Foodblog vom Bodensee

Fingernudeln trifft es eigentlich ganz gut: Schupfnudeln sind ähnlich wie Gnocchi. Die Form zeugt in beiden Fällen von der Handarbeit. Schupfnudeln werden von Hand gerollt und bekommen, ähnlich wie Vanillekipferl, eine bauchige Mitte und etwas dünnere Enden. Das urige Kochbuch meiner Mum sagt zu der schwäbischen Spezialität: „Die Schupfnudeln … haben ihren Namen von der typischen Bewegung, mit der sie hergestellt werden – sie werden auf dem Backbrett mit der flachen Hand weggerollt, weggestoßen.“ Alternativ kann man sie auch direkt in der Hand formen, das geht auch. Hauptsache, man probiert die Schupfnudeln auch mal selbstgemacht statt fertig aus der Packung.

Wissenswertes zur Kartoffel: Eine wirklich tolle Knolle

  • Weichkochend, festkochend oder vorwiegend festkochend? Wie schon beim Grieß komme ich da manchmal etwas durcheinander, doch eigentlich ist es ganz einfach. Weichkochende (auch mehligkochende genannt) Kartoffeln enthalten mehr Stärke und werden cremiger, daher eignen sie sich für Kartoffelsuppe (hier mein Lieblingsrezept mit Würstchen), Kartoffelbrei oder auch Schupfnudeln aus Kartoffelteig. Die enthaltene Stärke ist es auch, die hier zu einem so schönen Teig beiträgt. Festkochende Kartoffeln hingegen sind knackiger und eignen sich grob gesagt für alles andere: Bratkartoffeln (hier mein Lieblingsrezept ohne Kochen, nur mit Braten), Kartoffelspalten aus dem Ofen (wie diese Hasselback-Kartoffeln), Kartoffelsalat oder Kartoffelgratin (hier ein leckeres Rezept, das ein neues Bild vertragen würde). Vorwiegend festkochende Kartoffeln sind die Allrounder und machen sich zum Beispiel gut in Aufläufen oder Eintöpfen.
  • Besondere Sorten sind beispielsweise Sieglinde oder das Bamberger Hörnchen. Sieglinde ist die perfekte Salatkartoffel, das Bamberger Hörnchen eine regionale Besonderheit in Franken. Beide Sorten habe ich schon probiert und für gut befunden. Ist es nicht charmant, wenn die Sorten nach Frauen getauft sind?
  • Freund und Helfer: Wenn ein Gericht versalzen ist, hilft eine rohe Kartoffel. Denn Kartoffeln lieben Salz und saugen es auf fast wie ein Schwamm. Deshalb einfach eine rohe Kartoffel zugeben und diese nach dem Kochen entfernen, schon schmeckt es etwas weniger salzig. Klappt zum Beispiel bei Suppen oder Eintöpfen. Diesen Tipp habe ich hier entdeckt.
  • Mit Vorsicht zu genießen sind Schale und Keime der Kartoffel, denn sie enthalten in geringen Mengen einen giftigen Stoff. Deshalb sollte man auch bei grünen Stellen und Keimen einer Knolle genauer hinsehen. Am besten großzügig wegschneiden oder, wenn die Triebe schon länger sind, die ganze Kartoffel wegschmeißen. Es hilft, die Kartoffel richtig zu lagern: Sie mag es kühl und dunkel, in so einer Umgebung treibt sie auch nicht so schnell.
  • Ein echter Allrounder: Anfangs wollten viele die Knolle nicht so recht, heute liebt man sie weltweit. Ob im indischen Curry, deutschen Kartoffelgratin, schwäbischen Schupfnudeln, belgischen Pommes, schweizerischem Rösti… Die tolle Knolle schmeckt! Höchste Zeit, sie mal ins Rampenlicht zu schieben. Denn preiswert ist sie auch noch.

Gelingsicheres Rezept für schwäbische Schupfnudeln

Schupfnudeln lassen sich richtig gut vorbereiten: Sind die Kartoffeln einmal gekocht und abgekühlt, geht der Rest ganz leicht von der Hand. Und dafür muss man kein Profi sein! Wichtig ist die Konsistenz, damit die Schupfnudeln beim Kochen oder Braten nicht auseinander fallen. Der Teig sollte elastisch sein und nicht zu klebrig. Die Mehlmenge im Rezept hat bei mir bestens funktioniert und ein Verhältnis von circa 3:1 hat sich auch im schwäbischen Originalrezept bewährt. Doch je nach Kartoffel kann es sein, dass du etwas mehr oder weniger Mehl brauchst. Tipps für die Zubereitung habe ich mir übrigens nicht nur in dem uralten Kochbuch, sondern auch beim Backstübchen abgeschaut.

Man kann die fertig gerollten Schupfnudeln in Wasser garen oder in der Pfanne ausbacken. Ich habe mich für beides entschieden: Erst kochen, damit sie schön gar sind, dann braten, damit sie noch eine leichte Knusperkruste bekommen. Und dann ist es dem persönlichen Geschmack überlassen, ob man die Schupfnudeln süß oder herzhaft kombiniert. So viel sei verraten: Auf mein bewährtes Rezept für Schupfnudeln mit Sauerkraut und Speck musst du nicht mehr lange warten.

Schwäbische Schupfnudeln selbstgemacht

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Schwaben essen nicht nur Spätzle: Schupfnudeln, auch Fingernudeln genannt, schmecken süß oder herzhaft und sind einfacher selbstgemacht als gedacht. Gut vorzubereiten.

mittel

  • Vorbereitungszeit:
    45 Minuten
  • Kochzeit:
    15 Minuten
  • Gesamtzeit:
    1 Stunden

Zutaten

4 Stück
500 gmehligkochende Kartoffeln
150 gMehl
1Ei
etwas Muskatnuss und Salz
25 gButter

Zubereitung

  1. Kartoffeln in einen Topf legen, mit kaltem Wasser bedecken, salzen und je nach Größe für 20 bis 40 Minuten kochen. Die Kartoffeln sollten weich sein, sodass ein Messer gut durchgleitet. Wasser abgießen, Kartoffeln ausdampfen und etwas auskühlen lassen. Das kannst du gut auch am Vortag machen.
  2. Kartoffeln schälen und stampfen (ich habe diesen Stampfer*), bis ein gleichmäßiger Brei entsteht. Du kannst auch eine Kartoffel- bzw. Spätzlepresse* dafür nutzen.
  3. Kartoffelmasse mit Mehl und Ei mischen, bis eine elastische, aber nicht zu klebrige Masse entsteht. Am besten tastest du dich mit dem Mehl heran: Erst nur zwei Drittel, dann nach und nach das restliche Mehl zugeben. Mit Muskatnuss und Salz würzen.
  4. Den Teig halbieren und auf einer bemehlten Arbeitsfläche je zu einer langen Teigschlange rollen. Diese sollte etwa zwei Zentimeter dick sein. Mit einem Teigschaber* dann in etwa 1,5 Zentimeter große Stücke teilen. Jedes Stück mit der Hand flach rollen, sodass die Mitte etwas bauchiger ist und die Enden schmaler zulaufen. Auf einer bemehlten Fläche beiseite stellen, bis alle Schupfnudeln geformt sind.
  5. Einen Topf mit heißem Wasser aufsetzen, das sollte anschließend nun nur noch sieden. Gut salzen und die Schupfnudeln nach und nach hineingleiten lassen. Am besten auf zwei Mal, damit es nicht zu eng wird im Topf. Sobald die Schupfnudeln aufsteigen, sind sie fertig: Mit einer Schaumkelle* aus dem Topf nehmen und beiseite stellen, dann die restlichen Schupfnudeln garen.
  6. Eine Pfanne mit der Butter erhitzen und die Schupfnudeln darin auf mittlerer Stufe anbraten, bis sie leicht gebräunt sind. Nun kannst du sie süß oder herzhaft genießen, lass es dir schmecken.

Wie findest du das Rezept?

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Aufgetischt: 1 Zutat (Kartoffel) und 5 Rezepte

Aufgetischt wird die Kartoffel heute fünfmal anders. Das eine Rezept für Schupfnudeln kennst du jetzt, doch auch bei den anderen sind wirklich leckere Ideen mit der tollen, günstigen und so vielseitigen Knolle zusammen gekommen. Dabei kommen übrigens mehligkochende und festkochende Sorten zum Einsatz, so dass man die Verwendungsmöglichkeiten ganz gut sieht. Doch nun zu den Rezepten der tollen vier anderen Blogger. Da ist alles dabei, von Klassikern wie Kartoffelgratin bei Ines und Kartoffelsuppe bei Julia (in vegan und mit so schönen Bildern) bis zu schwedischen Kartoffeln bei Caro&Tobi von Foodwerk. Elena setzt auf doppelt Kohlenhydrate, wie wäre es mit Pasta e patate alla napoletana?

Alle Beiträge der Aufgetischt-Aktion, bei der wir uns jeden ersten Sonntag eines Monats einer saisonalen Zutat widmen, findest du hier. Heute ist gar nicht der erste Januarsonntag? Stimmt, im Januar ticken die Uhren ein bisschen anders.

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Über mich

Hallo, ich bin Isabelle, 30 Jahre alt und lebe am schönen Bodensee. Von Konstanz aus schreibe ich auf ÜberSee-Mädchen.de über die schönen Dinge des Lebens - das sind für mich einfache Rezepte für leckeres Essen, schöne Bilder und Ideen für einen hübschen Alltag. Meine Kochkarriere begann mit der Sehnsucht nach Grießklöschensuppe - und was ich kochen oder backen kann, schafft ihr auch! Seht euch ein wenig um, lasst euch inspirieren und genießt es.

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