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Das war 2019 – warum es hier ruhig war & sich das ändert

2019 war das ereignisreichste Jahr meines Lebens. Und weil es im Offline-Leben so viel zu überdenken, entscheiden, neu ausrichten und erleben gab, fehlte die Zeit für den Blog. So einfach könnte das sein. Doch so schwierig – und wegweisend! – war es für mich. Dieser Blog begann als eine Art Tagebuch. Als Möglichkeit, meine Bilder zu zeigen, Rezepte und Reisen festzuhalten. Diese Möglichkeit möchte und werde ich wieder öfter nutzen, und mein kleines virtuelles Tagebuch füllen. Mit vielen leckeren Rezepten, denn davon habe ich in den vergangenen Wochen und Monaten viele neue probiert. Mit inspirierenden Reiseerinnerungen, die eine neue Facette dieser Welt zeigen können. Und mit so viel mehr. Deshalb beginnen wir heute mit einem Jahresrückblick.

Was dabei wirklich faszinierend ist: Meine Worte an gleicher Stelle vor genau einem Jahr wirken teilweise wie eine Prophezeiung. Als hätte ich da schon geahnt, dass 2019 große Dinge geschehen werden. Wenn auch auf ganz andere Weise als gedacht. Und während 2018 in vielen Momenten zum Abhaken war, werde ich von 2019 noch sehr lang zehren.

Quickies: Musik und Momente

  • Meine liebste Musik: Ich durfte 2019 so viel Gutes live hören – und live sind so viele Künstler einfach noch so viel besser als via Streamingdienst. Das Jahr begann mit Bastille, die ich im Sommer noch einmal hören durfte und sehr sehr sehr gefeiert habe. Beim St. Gallen Openair habe ich The 1975 neu und Florence and the machine wieder entdeckt. Beim Frauenfeld Openair feierte ich Bonez MC und RAF Comora. Und auf dem Southside tanzte ich im Regen zu Neonschwarz – und im stickigen Zelt inmitten von Teenies zu Lauv. Dazu kamen einige kleinere Konzerte – von Avec vor ganz wenigen Menschen, Shantel in einem völlig aufgeheizten kleinen Club oder zuletzt Kool Savas mit so vielen guten Liedern.
  • Meine schönsten Momente erlebte ich auf Reisen. Auf einer Terrasse in Lissabon sitzend, Pasta am Gardasee essend, Auto auf Sardinien fahrend, durch die Heurigen Wiens schlendernd, das Schloss Neuschwanstein bestaunend.
  • Meine liebsten Menschen haben mir 2019 so sehr beigestanden. In schwierigen Zeiten zeigt sich besonders, auf wen man zählen kann. Und so hat sich mein Freundeskreis zwar verkleinert, aber mein Herz für die übrigen so sehr vergrößert <3
  • Meine liebsten Bilder sind mit dem Smartphone entstanden. Denn seit einem Upgrade im Juli lasse ich die Kamera noch öfter zuhause. Und so sind meine Lieblingsbilder meist spontan entstanden, viele davon zeige ich in diesem Beitrag (unbearbeitet übrigens). Auch ein, zwei Blogbilder sind mit dem Smartphone entstanden.
  • Meine Blogbeiträge lassen sich 2019 leider an zwei Händen abzählen. Doch sie alle sind mega lecker und schon mehrfach erprobt. Den gebeizten Lachs wollten wir an Weihnachten machen, was nur an der Menüfolge gescheitert ist, und ich kann die Saison für die Spargelcremesuppe kaum erwarten. Mein einziger Vorsatz für 2020 ist, wieder mehr zu bloggen. Denn ich habe noch so einige leckere Rezepte in petto…
  • Meine Learnings von 2019: Dass ich das Wort Learnings nicht mag. Davon abgesehen habe ich gelernt, mir selbst zu vertrauen und zu mir selbst zu stehen. Ich kann und darf in entscheidenden Punkten egoistisch sein, ich kann und darf es mir wert sein, ich kann und darf mein Leben so leben, wie ich es möchte.
  • Meine Pläne für 2020 sind noch ziemlich unkonkret. Einige Konzerte und Festivals stehen schon fix im Kalender, außerdem ist eine Reise angedacht. Der Rest wird sich ergeben. Und das fühlt sich gut an.

Das war mein 2019.

Januar: Alles überdenken

Jedes Jahr die gleichen Vorsätze? Nicht 2019. Ich habe mich frei gemacht von Erwartungen, die ich mir in weiten Teilen selbst aufgebürdet habe, und habe mir überlegt, was ich eigentlich möchte. Wirklich möchte. Wie ich mir meine Zukunft vorstelle. Und die sah anders aus, also habe ich sie verändert. Ich bin aus- und umgezogen, habe meine Kisten erst in den Keller meiner Mum gepackt und dann im April auf die andere Seeseite. Diesen Weg habe ich im Januar eingeschlagen. Mit vielen Tränen, aber so im Nachhinein betrachtet auch mit viel Tatendrang. Und Mut.

Februar: Neubeginn

Kein Album habe ich dieses Jahr so oft gehört wie „Doom Days“, im Februar habe ich Bastille dann das erste Mal live gesehen. Nach dem grauen Monat war es ein grandioses Wochenende mit Lieblingsfreundin und Lieblingsband. Ein guter Start in ein neues Leben mit mehr Musik und mehr Unternehmungen.

März: Alleine in die Sonne

Mein Jahresmotto entdecke in der Staatsgalerie Stuttgart: Mehr. Entsprechend starte ich in den ersten wirklichen Urlaub allein. Es geht von Stuttgart aus nach Lissabon und ich weiß schon nach wenigen Stunden, dass das die richtige Entscheidung war. Über das Alleinreisen und meine Erlebnisse dort werde ich noch mehr berichten, doch es war grandios – auch und gerade im März, wenn noch nicht so viel los ist. Außerdem tauchte im März ein Verschollener wieder auf, von dem ich mich 2018 verabschiedet hatte. Und wir feierten mit der besten Freundin ihren Geburtstag und waren dabei, als sie einen vermeintlich viel zu großen Fernseher kaufte. Eine Woche später habe ich es ihr gleich getan und einen viel zu großen Fernseher in mein viel zu kleines Auto gepackt. Manchmal ist bigger eben doch better.

April: Auf der anderen Seite

Nichts geht mehr!, dachte ich beim Anblick meines kleinen Polos, als ich ein Möbelpaket nach dem anderen in den Kofferraum geladen hatte. Ähnlich ging es mir dann mit dem Umzugswagen, der all meine Kartons und Pflanzen einmal um den See brachte – mit tatkräftiger Unterstützung der Familie, ohne die ich 2019 aufgeschmissen gewesen wäre. Danke! Der Umzug hat mich so viel gelehrt, denn auf einmal musste ich mich um alles selbst kümmern: Wie möchte ich mich einrichten? Welche Waschmaschine soll es sein? Und wie schließe ich die verflixt nochmal an? Letztlich ist aber alles machbar, immer.

Nachdem die Wohnung soweit eingerichtet war, ging es an den Gardasee. Wie kaum ein anderer Deutscher (Ironie!) fahren wir über Ostern spontan nach Italien und lassen uns Pizza, Pasta und ein wenig Sonnenschein gefallen. Mein erstes Mal Gardasee wird sicher nicht das letzte Mal sein.

Mai: Das Großartige im Kleinen

Ich verbringe eine Urlaubswoche mit verschiedenen tollen Menschen, springe über meinen Schatten und lasse mir ein weiteres Ohrloch stechen, finde ehrliche Worte um dann doch wieder schwach zu werden, baue mir selbst einen Esstisch und vervollständige meine Wohnung mit einer Couch. Die ersten Bilder für den Blog gefallen mir gut, auch wenn es hier deutlich dunkler ist als bisher. So kann das bleiben.

Juni: Lasset den Musik-Sommer beginnen

Erstmals brauche ich bei einem Festival meine Gummistiefel und Regenjacke – nicht nur für einige Minuten, sondern für Stunden. Dennoch singt und tanzt es sich bestens beim Southside und ich freue mich schon auf die Rückkehr 2020 – dann mit einem noch besseren Line-up. Meine Überraschungs-Highlights 2019 waren Großstadtgeflüster und Bloc Party, die ich davor nicht so präsent hatte. Leider verpasst habe ich Alma und the Gardener & the Tree, letztere sehe ich aber dieses Jahr. Und enttäuscht hat Bausa, für den die Bühne zeitgleich mit den Foo Fighters offenbar zu groß war. Eine Woche später beim Openair St. Gallen war er deutlich besser. Dort war ich spontan und sehr begeistert. Dennis Lloyd ist großartig und auch sonst trumpft das kleine Festival mit einem ausgefeilten Lineup und einer gemütlichen Location in einem kleinen Tal am Fluss…

Juli: Ans andere Ende

Während andere an den Bodensee pilgern, um hier Urlaub zu machen, fahren wir in die andere Richtung nach Lübeck. Das entspannte Ostsee-Wochenende steht beispielhaft für einen tollen Monat. Musikalisch darf ich zum Openair Frauenfeld und James Morrison – sehr gegensätzlich, aber beides sehr beeindruckend. Und ich denke mir einmal mehr: Ich liebe meinen Job.

August: Das Leben genießen

Sommer, Sonne, See: Es gibt schlechtere Orte, seinen Sommer zu erleben, als den Bodensee. Ich lerne endlich den Stadtstrand Konstanz‘ kennen, den ich als Studentin immer verpasst habe, und feiere das Seenachtsfest, das vermeintlich ein letztes Mal ein Feuerwerk zündet. Außerdem gehen wir eine uralte Nachbarin besuchen und bringen einen neuen Nachbarn mit: Es gibt ein neues Tier in der Familie, meine Mum ist stolze Hundebesitzerin. Und auch wenn er mich auch Monate später noch anknurrt, ist er fester Bestandteil der Familie geworden.

September: Vitamin Sea

Ferien statt Flitterwochen – und was für welche! Der Urlaub war ursprünglich ganz anders geplant, aber traumhaft schön. Sardinien zeigt eine wilde Seite Italiens, Wien sein bekannt schönes Gesicht und ich schwinge das erste (und voererst letzte Mal) einen Golfschläger in der Heimat. Mein Angst-Monat wurde einer der schönsten Monate des Jahres.

Oktober: Der Countdown läuft

Bekanntlich liebe ich meine Geburtstage und so auch den 29. Auch wenn das bedeutet, dass der 30. nur noch ein Jahr entfernt ist. Irgendwie bedeutet der 30. dann doch einen Übergang in ein neues Zeitalter, ein neues Lebensjahrzehnt. Umso gemütlicher und schöner mache ich es mir mit meinen 29 Jahren, gehe im Oktober mit Freunden in Besenwirtschaften, was trinken und feiern. Erlebe noch zweimal einen richtig blöden Moment, um mich endlich für die schönen Momente zu entscheiden. Und die sind zum Beispiel auf Schloss Neuschwanstein – wie schön ist eigentlich die Gegend um Füssen?!

Und ich darf einen Workshop bei der Kinderakademie halten. Das bedeutet, dass ich einigen Kindern erst vom Bloggen erzähle und dann Nussecken mit ihnen backe. So ein schöner, lehrreicher Tag. Danke für die Gelegenheit, liebe Stadt Konstanz.

November: Kindheitsträume werden wahr

Ein Abend mit Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews. Muss ich mehr sagen? Seit Kindertagen bin ich Fan der drei Fragezeichen. Zeitweise habe ich sogar überlegt, meine Bachelorarbeit über die drei Detektive zu schreiben. Damals habe ich mich dann doch für Foodphotographie entschieden, doch die drei Jungs begleiten mich noch heute. Ich liebe diese Detektivgeschichten, ob zum Einschlafen oder bei Autofahrten. Das Live-Hörspiel war eine geniale Erfahrung mit einer tollen Begleitung. Es war aber nicht der einzige Höhepunkt des tristen Novembers: Ich durfte für einige Tage nach Vietnam und all die leckeren Köstlichkeiten der vietnamesischen Küche im Original probieren.

Dezember: Luft holen

Wenn der Körper krank wird, empfinde ich das oft als eine Art erhobenen Zeigefinger. Und so ist es im Nachblick eigentlich nicht verwunderlich, dass es mir im Dezember auch mal den Stecker gezogen hat. Einige Tage lag ich völlig untätig zuhause, ans Bett gefesselt statt auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg. Schade um die verpasste Gelegenheit, gut für mich selbst, denn so konnte ich mal wieder Luft holen nach einem ereignisreichen Jahr. 2019 endete mit viel Glühwein und -punsch auf Weihnachtsmärkten, mit vielen gemeinsamen Stunden, mit einem letzten Konzert und (wie auch sonst) mit viel Essen sowie ein bisschen Feuerwerk.

Auf dass 2020 weniger anstrengend, aber ebenso ereignisreich und schön wird.

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Ein Kommentar

  • Antworten
    Kirsten
    11. Januar 2020 um 17:58

    Liebe Isabelle,

    ich hab deinen Jahresrückblick sehr gern gelesen – da war ja 2019 echt eine Menge los bei dir …! Manchmal sind Neuanfänge und Veränderungen dringend notwendig (ich hatte vor ein paar Jahren auch so ein Umbruchjahr) und ich freue mich, dass es dir gelungen ist, dein Leben so neu zu sortieren, dass du dich jetzt damit richtig wohl fühlst.

    Schön zu hören, dass es nun im neuen Jahr auch wieder häufiger Neues auf deinem Blog geben wird, ich bin gespannt darauf!

    Viele Grüße & dir ein schönes und ereignisreiches 2020!
    Kirsten

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