Bienenstich besser als beim Bäcker

28. August 2022

Zuletzt aktualisiert am 06.09.2022

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Dieser Beitrag enthält nicht nur ein Rezept für köstlich fluffigen Bienenstich mit leckerer Vanillecreme-Füllung, sondern auch unbezahlte Werbung: Das vorgestellte Buch ist ein Rezensionsexemplar des Callwey-Verlags.

Es gibt offenbar knapp 500 Leute, die pro Monat nach ungefüllter Bienenstich suchen – dabei ist die Füllung doch mit das beste an diesem Kuchen, oder?! Bienenstich ist eines dieser althergebrachten Kuchenrezepte, das aus wenigen Zutaten ganz viel Geschmack lockt. Hefeteig, Pudding-Creme und Mandelkruste, mehr braucht es nicht. Und umso fataler ist es, wenn ein Bestandteil fehlt. In meiner Familie wurde Bienenstich schon immer gerne gegessen, aber leider nicht selbst gemacht – Oma und Mama haben das lieber einem Bäcker oder Konditor überlassen. Dabei gelingt der Kuchen sogar in der kleinsten heimischen Küche, egal ob in einer Springform oder auf dem Backblech. Ja, dafür muss man den Teig halbieren. Aber nein, das ist absolut kein Hexenwerk.

Bienenstich besser als beim Bäcker Rezept mit Hefeteig Mandelkruste von ÜberSee-Mädchen Foodblog vom Bodensee

Das gelingsichere Rezept für Bienenstich wie beim Bäcker habe ich Véronique Witzigmann zu verdanken. Deren Name klingt nicht zufällig so wie der des Sternekochs, denn Eckart Witzigmann ist ihr Vater. Zum Kochen und vor allem Backen kam sie über die Jahre und mit dem Buch Süsses* hat sie nun eine geballte Sammlung süßer Backwerke gesammelt. Dieses Buch hat der Callwey-Verlag mir zur Verfügung gestellt. Daher gibt es nicht nur das Rezept für Bienenstich wie beim Bäcker oder Konditor, sondern auch eine kleine Buchbesprechung.

Zum Glück sind Véronique und ich uns einig, was den Bienenstich angeht: gerne mit viel Füllung. Und sie darf ordentlich nach Vanille schmecken, am besten dank echter Vanilleschote, und sollte noch schön soft sein. Ansonsten wäre es quasi Butterkuchen, da hätte ich eine Version mit Apfel-Zimt-Knusper anzubieten.

Dutzende Kuchenklassiker in einem Backbuch: So ist Süsses

Wie viele Kuchen kann man eigentlich als Klassiker bezeichnen? So einige, wie man beim Blättern in Véronique Witzigmanns großem Backbuch Süsses* feststellt. Da beginnt alles mit Sachertorte, auf den folgenden Seiten finden sich auch Anleitungen für Schwarzwälder Kirschtorte, Malakoff-Torte, Donauwellen, Bienenstich oder einen klassischen Gugelhupf mit Hefeteig. Und wie wäre es mit Linzertorte? Die gibt es natürlich auch. Doch nicht jedes Rezept hat einen klingenden Namen, manche hören auch auf Sandgebäck oder Marmorkuchen. Und manche sind eine Neuentdeckung.

Was nach einer ganzen Menge leckerer Inspiration klingt, entpuppt sich auch als solche. Oder wie die Autorin selbst es ausdrückt: Eine „Fundgrube für all diejenigen, die gerne Teige kneten, Cremes rühren und Süßes genauso lieben wie ich“.

Blick ins Kochbuch: Süsses von Véronique Witzigmann

  • Optik: Das beim Callwey-Verlag bewährte quadratische Format bietet viel Platz für viele süße Rezepte. Jedes Rezept hat ein ansprechendes Bild, bei einigen gibt es mehrere Bilder als Schritt-für-Schritt-Anleitung. Ein Lesebändchen fehlt leider.
  • Inhalt: Das Buch startet mit einem umfassenden Theorie-Teil, der sich beispielsweise Zutaten, aber auch einigen Basis-Rezepten widmet. Und das ist viel mehr als ein netter Einstieg, sondern ein Herzstück des Buchs! Denn auf den über 60 Seiten erschließen sich einige wichtige Grundlagen des Backens. Weiter geht es dann mit Torten und Törtchen, gefolgt von Teilchen, Kuchen und Tartes sowie alternativen Rezepten ohne Gluten, Zucker oder Laktose. Die Rezepte selbst sind sehr vielseitig, da ist wirklich für jeden etwas dabei. Außerdem sind sie übersichtlich und verständlich aufbereitet mit Angabe von Zubereitungs-, Back- und Kühlzeit. Persönliche Worte fehlen, sind aber auch nicht unbedingt nötig. Anders ist das beim Register: Das ist leider dürftig, man kann nur nach wenigen Zutaten suchen. Wer Lust auf Schokolade hat oder Beeren verbrauchen möchte, muss sich selbst durchblättern.
  • Fazit: „Ziemlich oft habe ich während der Arbeit an diesem Buch … überlegt, wie viel Information notwendig sind, um Anfänger abzuholen und Geübte nicht zu langweilen“, schreibt die Autorin im Vorwort. Dieser Spagat zwischen Anfängern und Geübten ist ihr gelungen und das große Backbuch Süsses* ist wirklich ein Standardwerk.

Rezept für Bienenstich wie beim Bäcker oder Konditor

Du kannst das Rezept für Bienenstich als Blechkuchen backen, aber auch in einer Springform. Das hängt auch davon ab, wie viele Gäste zum Kuchenessen vorbeikommen. Da wir nur zu viert waren, habe ich den Bienenstich in einer Springform mit 28 Zentimetern Durchmesser gebacken – das ergibt immer noch zwölf Stücke. Wenn du die Masse verdoppelst, wird daraus easy ein Bienenstich Blechkuchen Rezept. Für den Kuchen vom Blech brauchst du aber vermutlich einen Backrahmen*, damit der Bienenstich seine Form behält.

Warum eigentlich Bienenstich?

Warum dieser Kuchen nach dem schmerzhaften Zusammenstoß mit Bienen benannt ist, lässt sich schnell herausfinden: Einer Sage nach wollten Linzer im Jahr 1474 ihre Nachbarn in Andernach angreifen, wurden allerdings von zwei Bäckersjungen mit Bienennestern in die Flucht geschlagen (Quelle). Zur Belohnung gab es, klar, einen besonders leckeren Kuchen: Bienenstich.

Bienenstich schmeckt am besten, wenn man ihn einige Stunden vorher zubereitet. Dabei sollte man nicht unterschätzen, dass das Backen einige Zeit braucht: Der Teig muss gehen und nach dem Backen abkühlen. Auch die Creme sollte abkühlen, bevor der Bienenstich besser als beim Bäcker entstehen kannte. Nicht zuletzt sollte auch der fertige Bienenstich etwas Kühlzeit bekommen, damit er etwas durchziehen kann.

Lass dich von der langen Anleitung nicht entmutigen: Jeder kann einen Bienenstich machen. Wie so oft ist beim Hefeteig entscheidend, dass die Milch nicht zu heiß ist. Ich musste den Teig auch ein zweites Mal ansetzen – mit genug Zeitpuffer geht das.

Bienenstich besser als beim Bäcker

Klassisch gut: Bienenstich mit Hefeteig ist einfach gemacht auch in der kleinsten Küche. Mit viel leckerer Pudding-Füllung aus der Springform

mittel
  • Vorbereitungszeit:
    1 Stunden 15 Minuten
  • Ruhezeit:
    2 Stunden
  • Backzeit:
    20 Minuten
  • Gesamtzeit:
    3 Stunden 35 Minuten

Zutaten

28 cm Springform
Hefeteig
200 g Weizenmehl
67 ml Vollmilch
37 g weiche Butter
30 g Zucker
10 g frische Hefe
1 Ei
Creme-Füllung
250 ml Vollmilch
100 ml Sahne
50 g Zucker
25 g weiche Butter
25 g Speisestärke
3 Eigelb
2.5 Blätter Gelatine
0.5 Vanilleschote*
Mandelkruste
90 g brauner Zucker
80 g Butter
80 g Mandelblättchen
1.5 EL Sahne
1.5 EL Honig

Utensilien

Zubereitung

  1. Für den Hefeteig die Milch mit 1 EL Zucker in einem Topf leicht erwärmen. Dann die Hefe hineinbröseln und auflösen – dafür darf die Milch höchstens handwarm sein, sonst geht die Hefe später nicht.
  2. In einer großen Schüssel das Mehl mit dem restlichen Zucker vermischen. Eine Mulde in die Mitte drücken, Ei und Hefemilch hineingießen, Butter in Flocken rundherum verteilen und alles mit dem Knethaken eines Mixers zu einem glatten Teig verkneten. Schüssel mit einem Tuch abdecken und für 40 Minuten gehen lassen.
  3. Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche passend zur Backform ausrollen, also rund für die Springform. Form mit Backpapier auslegen, Teig darauf geben und einstechen. Nochmal abgedeckt gehen lassen, bis die Mandelkruste fertig ist.
  4. Für die Mandelkruste die Butter und den Zucker in einem Topf erhitzen, bis der Zucker schmilzt. Dabei ständig umrühren. Dann Sahne und Honig dazu geben. Alles zu einer gleichmäßigen Masse verrühren. Topf vom Herd nehmen und die Mandelblättchen dazu geben.
  5. Mandelkruste gleichmäßig auf dem Hefeteig verstreichen. Dann den Hefeteig mit Mandelkruste für 20 Minuten auf mittlerer Schiene backen, bis die Mandeln etwas gebräunt sind. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.
  6. Für die Creme-Füllung die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Zucker und Eigelbe in einer Schüssel cremig aufschlagen, dann Speisestärke dazu sieben und unterrühren.
  7. Mark der Vanilleschote sowie die Schote selbst zur Milch geben und diese in einem kleinen Topf aufkochen, damit die Milch schön nach Vanille schmeckt. Anschließend die Schote entfernen und die heiße Milch zu der Zucker-Ei-Mischung geben – erst die eine Hälfte, dann verrühren, dann die restliche. Alles im Topf noch einmal aufkochen, bis es dicklich wird. Herd ausschalten, aber die Creme noch eine Minute kräftig weiterrühren. Es sollen ja keine Klümpchen entstehen. Etwas abkühlen lassen, dann mit einem Schneebesen die ausgedrückte Gelatine sowie die Butter unterrühren. Creme gut abkühlen lassen.
  8. Sahne steif schlagen. Die abgekühlte Creme kräftig aufschlagen, dann ein Drittel der Sahne unterrühren. Sobald die Masse glatt ist, die restliche Sahne unterheben.
  9. Den gebackenen, abgekühlten Hefeteig horizontal halbieren, denn der untere Teil wird zum Boden und der obere zum Deckel des Bienenstichs. Das gelingt mit einem großen Messer. Du solltest darauf achten, möglichst gerade zu schneiden. Falls du sowas öfter machst, könnte sich die Investition in einen Tortenschneider* lohnen. Die obere Hälfte mit Mandelkruste schon mal in die späteren Stücke schneiden – dann sparst du dir später Gezerre an der Kuchentafel.
  10. Creme gleichmäßig auf dem Boden verteilen, dann den Teigdeckel mit Mandelkruste darauf geben. Für mindestens eine Stunde kalt stellen und dann genießen.

Wie findest du das Rezept?

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*Affiliate-Link

Mein Stiefvater ist übrigens ein passionierter Bienenstich-Esser und lobte dieses Rezept als den besten Bienenstich, den er je gegessen hat. Das will was heißen! Aber es stimmt, die einzelnen Komponenten sind einfach ideal aufeinander abgestimmt. Und vor allem: Es gibt genug leckere Füllung! Denn wer will schon einen Bienenstich ohne Füllung? Und auch wenn das Rezept auch als Blechkuchen gelingt: Bienenstich aus der Springform ist nicht nur köstlich, sondern auch noch praktisch.

Nach dem Backen des köstlichen Bienenstichs hast du drei Eiweiß übrig. Damit könntest du zum Beispiel einen schokoladigen Muffin oder Pavlova zaubern. Auch Friands und Walnuss-Schäumchen sind eine leckere Möglichkeit, übriges Eiweiß zu verwerten.

Über mich

Hallo, ich bin Isabelle, 31 Jahre alt und lebe am schönen Bodensee. Auf meinem Blog ÜberSee-Mädchen.de zeige ich vor allem einfache Rezepte für leckeres Essen. Meine Kochkarriere begann mit der Sehnsucht nach Heimatküche wie Grießklöschensuppe oder schwäbischen Wurstspätzle. Seitdem habe ich viele Stunden in der Küche verbracht und allerlei Köstlichkeiten ausprobiert. Sieh dich ein wenig um und lass es dir schmecken.

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