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Quittengelee: Die Basis für viele Quitten-Rezepte

Wie lecker sind eigentlich diese pelzigen Kugeln, die man Quitten nennt? Schon der Geruch ist der Wahnsinn! Sehr intensiv, sehr würzig, sehr lecker. Hätte ich das mal früher gewusst. Denn ich habe mich bisher nicht intensiv mit Quitten beschäftigt: Hier und da mal gehört, aber noch nie bewusst gekostet. Das wollte ich ändern und habe bemerkt: Für jedes Rezept, was für mich so richtig gut klang, brauchte ich genau genommen keine Quitten, sondern Quittengelee. Oder Quittenmus. Also habe ich erstmal Quittengelee gekocht, das ich künftig in einen Kuchen oder auf eine Scheibe Baguette packen kann. Dieses Grundlagen-Rezept für so viele Quitten-Rezepte braucht zwar etwas Zeit, weil man erst die Früchte zu Saft und dann diesen in Gelee verwandelt. Doch dann hat man diese vier Gläser Quittengelee wie einen kostbaren Schatz, der zu so vielen Gelegenheiten schmeckt.

Quittengelee selbst machen Rezept von ÜberSee-Mädchen Foodblog vom Bodensee

Quitten sind neben Kürbis und Zwetschgen eine der Zutaten, die ich klassisch mit dem Herbst verbinde. Doch um den Kürbis ging es bei unserer Aufgetischt-Aktion ja schon im Oktober, deshalb haben wir uns im November die Quitte vorgeknöpft. Wir, das sind vier andere Bloggerinnen und ich, die jeden ersten Sonntag im Monat eine saisonale Zutat in fünf Varianten zeigen. So ist es auch heute mit der Quitte, wobei bei diesem Obst natürlich süße Rezepte naheliegen.

Juli hat auf ihrem Blog „Naschen mit der Erdbeerqueen“ ein Apfel-Quitten-Kompott gekocht. Elena von „Heute gibt es“ sorgt mit gebackener Quitte mit Vanilleeis für ein süßes Quittendessert. Einen ungewöhnlichen Dreh bringt Ines von Münchnerküche an die Quitte: Ihr Quitten-Crumble enthält auch etwas Ingwer. Und Caro stellt uns mit ihrem Mann Tobi bei Foodwerk einen Quittensenf auf den Tisch – den stelle ich mir köstlich vor beispielsweise zu Käse, ähnlich wie ein Feigensenf. Yummy! Damit ist der Sonntag gerettet, oder?

Warum eigentlich Quitte? Über ein unterschätztes Obst

  • Von weit, weit kommen sie her: Quitten kommen in Deutschland gar nicht so häufig vor, auch wenn sie optisch an Äpfel erinnern. Vielleicht liegt das an ihrer Herkunft, denn sie sind ursprünglich viel weiter südlich gewachsen. Die meisten Früchte werden beispielsweise in Usbekistan oder der Türkei geerntet.
  • Haare an den Beinen, äh an der Schale: Quitten sind ganz schön pelzig, das merkt man schon beim ersten Anfassen. Dieser Flaum ist aber schnell abgewaschen und abgerubbelt, dann sind die Früchte weniger bitter und einsatzbereit.
  • Die harten bleiben im Garten: Regionale Quitten sind hart und bitter, deshalb sollte man sie gekocht und gegart genießen.
  • Harte Schale, weicher Kern: Meine Bloggerkollegin Juli hat mich im Vorfeld schon gewarnt, dass Quitten ganz schön eisern sein können. Denn sie rücken ihr leckeres Fruchtfleisch nicht so gerne raus, sind mitunter bockelhart. Daher empfehle ich ein großes, scharfes Messer. Damit konnte ich problemlos den Stiel und das Kerngehäuse entfernen.
  • Keine faule Sache: Ich habe schon den nächsten Einkauf mit Quitten geplant, weil die Frucht mich beim Aufschneiden mit braunem Fruchtfleisch empfangen hat. Da muss doch was faul sein, oder? Nein, das ist wohl eine Stoffwechselstörung. Das gibt es auch bei Pflanzen hab ich gehört. Und das ändert nichts am Geschmack, höchstens an der Farbe, habe ich gemerkt. Also weitermachen.
  • Die kann ich gut riechen: Früher wurde der tolle Duft von Quitten sogar genutzt, damit frische Wäsche gut riecht.

So gelingt Quittengelee als Basis für weitere Rezepte

Du brauchst vier Marmeladengläser wie diese hier* (Werbung: Affiliate-Link) für 250ml. Wenn du es in mehrere kleinere Gläser wie diese* füllst, kannst du es fast noch besser dosieren – und da ist sogar der Einfülltrichter dabei. Hilfreich sind außerdem ein Trichter (hier gibt es den auch einzeln*, den nutze ich) und ein Passiertuch* und/oder ein engmaschiges Sieb* (auch da verlinke ich das Set, das ich zuhause habe und sehr gut finde). Das Passiertuch kannst du auch mit einem normalen Geschirrtuch ersetzen. Am besten feuchtest du das frischgewachsene Geschirrtuch dann etwas an.

Quittengelee aus fünf Zutaten selbst machen

Quitte ist eine leckere Frucht mit viel Vitamin C, doch wie isst man die am besten? Nicht roh, sonst schmeckt sie bitter, sondern zum Beispiel als Gelee: Das schmeckt im Kuchen oder aufs Käsebrot.

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  • Vorbereitungszeit:
    30 Minuten
  • Zubereitungszeit:
    50 Minuten
  • Gesamtzeit:
    1 Stunden 20 Minuten

Zutaten

4 Stück
2 kgQuitten
1.5 lWasser
500 gGelierzucker
40 mlZitronensaft
2 TLVanilleextrakt

Zubereitung

  1. 2kg Quitten waschen und den Flaum abrubbeln. Vierteln, Stiel und Blütenansatz sowie Kerngehäuse entfernen. Quitten in etwa Daumennagel-große Würfel schneiden.
  2. Quittenwürfel mit 40ml Zitronensaft und 1,5l Wasser in einem Topf erhitzen. Sobald es köchelt, für 45 Minuten kochen lassen. So wird die harte Frucht recht weich.
  3. Sieb mit Passiertuch, alternativ einem angefeuchteten Geschirrtuch, auslegen. Darunter eine große Schüssel platzieren. Quitten samt ihrem Saft in das Sieb füllen, den Saft ablaufen lassen. Etwas andrücken, um keinen Saft zu vergeuden. Abkühlen lassen.
  4. Marmeladengläser mit heißem Wasser sterilisieren, trocknen lassen.
  5. Anschließend 1l von dem Quittensaft abmessen und in einem Topf mit 500g Gelierzucker verrühren. 2 TL Vanilleextrakt dazugeben. Erwärmen und sobald es köchelt für vier Minuten einkochen lassen. Dabei ständig rühren.
  6. Quittensaft-Zucker-Masse heiß mit einem Trichter in die sterilisierten Marmeladengläser füllen. Verschließen, für zehn Minuten auf dem Kopf stellen. So entstehe ein Vakuum. Anschließend wieder umdrehen und abkühlen lassen. Fertig ist das Quittengelee!

Wie findest du das Rezept?

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Du magst süßen Aufstrich, hast gerade aber keine Quitte zur Hand? Wie wäre es mit winterlicher Bratapfel-Marmelade?

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