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Warum sich ein Besuch in Konstanz lohnt + Tipps

Urlaub in Deutschland? Nichts leichter als das, denn der Bodensee liegt direkt vor meiner Haustür. Okay, ein paar Meter muss ich laufen aber das Urlaubsgefühl liegt sehr nah. Das war in Überlingen so, zu meiner Heimatstadt am Bodensee habe ich hier schon viele Tipps gesammelt. Und das ist in Konstanz zu, wo ich seit über einem Jahr lebe und schon zuvor häufig war. Deshalb gibt es heute Tipps einer Einheimischen zu Sehenswürdigkeiten, schönen Plätzen und Restaurants in Konstanz am Bodensee. Dafür ist es egal, ob du für einen Tag, ein Wochenende oder bisschen länger in den Süden Deutschlands kommst.

Warum Konstanz eine Reise wert ist: Tipps und Tricks für einen Ausflug an den Bodensee von ÜberSee-Mädchen Foodblog vom Bodensee

Zur Einordnung: Das ist Konstanz

Konstanz ist die größte Stadt am Bodensee mit bald 90.000 Einwohnern und liegt direkt an der Schweizer Grenze. Über die Ländergrenzen kann man drüber hopsen, so nah ist das, und es gibt beispielsweise einen gemeinsamen Uferbereich. Während der Corona-Pandemie wurde die Grenze zwar zeitweise wieder errichtet, dann aber auch wieder entfernt. Die Nähe zur Schweiz erklärt auch, warum (besonders an den Wochenenden) so viele Schweizer in der Stadt sind – sie sparen nicht nur, weil die Preise für sie verhältnismäßig niedrig sind, sondern auch wegen einer Erstattung der Mehrwertsteuer.

In erster Linie ist Konstanz eine wunderschöne Stadt am Bodensee. Viel Wasser gibt es nicht nur wegen des größten deutschen Sees, sondern auch wegen des Rheins, der die Altstadt von anderen Stadtteilen und dem Rest Deutschlands trennt. Konstanz hat eine wunderschöne Altstadt mit einigen Sehenswürdigkeiten. Und Konstanz hat eine ziemlich lange, bedeutende Geschichte. All das lässt sich bei einem Wochenendausflug bestens entdecken.

Vom Fischerdorf übers Konzil vor 600 Jahren bis heute

Mittlerweile ist Konstanz wohl für den Bodensee, das Seenachtfest oder als erste deutsche Stadt mit Klimanotstand bekannt. Das war einst anders: Vor 600 Jahren, von 1414 bis 1418 um genau zu sein, fand in der Handelsstadt das Konzil von Konstanz statt und tausende Menschen waren in der Stadt, um die Amtszeit von drei Päpsten zu beenden und einen zu wählen. Und das kommt nicht so oft vor, deshalb war Konstanz in aller Munde und gut besucht: Neben über 2000 Kirchenvertretern waren geschätzt auch über 50.000 Besucher in der Stadt, die damals nur 6000 Einwohner zählte. Bei dem Kirchentreffen wurden auch einige andere Themen besprochen, so wurde der Biber beispielsweise zum Fisch erklärt – weshalb er an Fastentagen gegessen werden durfte, obwohl er eigentlich ein Säugetier ist. 

Fun fact: Einen Teil der Konstanzer Altstadt gab es früher so gar nicht, dem See wurden einige Meter durch Aufschüttungen abgerungen. Ein großer Stein an der Zollernstraße markiert die einstige Hafenmauer. Die Gebäude, die bis dahin zu sehen sind, stehen meist seit Jahrhunderten auf Holzstämmen… 

Mein Tipp: Die Konstanzer Stadtgeschichte ist vielseitig und ziemlich interessant, da lohnt sich eine Führung zum Beispiel mit dem Nachtwächter. Eine Übersicht zu möglichen Führungen findest du hier. Wer sich auf Urlaub in Deutschland am Bodensee vorbereiten möchte, kann sich mit diesem Buch* (Werbung, Affiliate-Link) auch vorab einige historische Informationen besorgen. 

Warum Konstanz? 6 Gründe für Urlaub am Bodensee

  1. Sonnige Temperaturen: Am Bodensee ist es immer ein paar Grad wärmer als im Norden, daher kann man sich hier auch sonnen, wenn der Sommer anderswo noch nicht ganz begonnen hat oder schon wieder vorbei ist. Eine Reise zur Nebensaison ist daher auch eine gute Alternative, wenn man den See nicht mit vielen anderen Touristen teilen möchte. 
  2. Glasklares Wasser: Der Bodensee steht italienischen Seen in Nichts nach. Glasklares Wasser in allen Blau- und Grünschattierungen gibt es auch am Bodensee, ob in Konstanz oder einer anderen Stadt. Manchmal erinnert das fast an die Karibik. Ok, Sandstrand gibt es selten, aber eine Fußmassage ist am Kieselstrand inklusive. Abgesehen von den offiziellen Stränden gibt es immer wieder auch Buchten, von denen aus man schwimmen kann. 
  3. Verwinkelte schöne Gassen versetzen entweder in vergangene Zeiten oder ebenfalls nach Italien. Besonders urig geht es im Konstanzer Viertel namens Niederburg zu, das ist in der Nähe des Münsters. Hier sind die Gassen noch etwas schmaler, die Häuser sind noch ein wenig älter. 
  4. Speisen wie Gott in Frankreich – oder Cäsar in Italien? Hier gibt es richtig leckeres Essen, das Angebot ist vielseitiger und wahrscheinlich auch besser als in anderen vergleichbaren Städten. Deutsch, italienisch, türkisch, libanesisch, vietnamesisch… du hast die Qual der Wahl – und oft einen tollen Ausblick auf den See, den Seerhein oder in der Altstadt.
  5. Neue Schätze entdecken: In Konstanz lässt es sich gut einkaufen, neben dem Einkaufszentrum Lago mit den üblichen großen Marken gibt es in der Innenstadt rund um die Marktstätte einige schöne Geschäfte. Für Einrichtungsfans empfehle ich zum Beispiel Dänische Wohnkultur in der Zollernstraße.
  6. Die Umgebung bietet so viel: Hier kann man schwimmen, bummeln, die Natur entdecken… und mit dem Schiff neue Ufer entdecken. Da ist für jeden was dabei, auch bei jeder Wetterlage. Interessant ist natürlich Konstanz als größte Stadt am See, aber auch andere Städte und Gemeinden haben Einiges zu bieten. Ich habe hier zum Beispiel einige (viele!) Tipps zu Überlingen gesammelt, wo ich lange gewohnt habe. Und einige Beiträge zur Blumeninsel Mainau gibt es hier.

Übernachten & Anreisen: Wie komme ich nach Konstanz?

Zum Übernachten in Konstanz bieten sich klassisch besonders Hotels und Ferienwohnungen an – es gibt einige Hotels, schön ist zum Beispiel das Harbr (unbezahlte Werbung) und altehrwürdig das Barbarossa (unbezahlte Werbung). Neben Ferienwohnungen gibt es auch bei Airbnb einige Unterkünfte in Konstanz. Wenn du besonders die Stadt entdecken möchtest, empfehle ich eine Übernachtungsmöglichkeit direkt vor Ort, also in der Altstadt oder in Petershausen (das ist gegenüber auf der anderen Rheinseite, doch man kann recht schnell rüber laufen). Wenn du nur in anderen Stadtteilen oder dem Umland etwas findest, musst du mit Zug- oder Busfahrten rechnen. Busse fahren sehr regelmäßig, die Regionalbahn alle 30 Minuten. 

Konstanz hat ein kleines Verkehrsproblem, denn der Platz ist nicht nur für Wohnraum begrenzt. Die Autobahn endet in Singen und gerade zu Stoßzeiten kommt es regelmäßig zu Staus, egal ob man nach Konstanz oder heimwärts fährt. Das sollte man auch bei der An- und Abreise bedenken, besonders wenn man zu Ferienzeiten unterwegs ist. Nach Pfingsten musste man zum Beispiel viel Zeit mitbringen, um von der Bundesstraße auf die Autobahn zu kommen. Konstanz hat natürlich auch einen Bahnhof und eine ganz gute Verbindung nach Karlsruhe, hier fährt jede Stunde eine Regionalbahn. Mit Umstieg in Radolfzell oder Singen geht es dann auch nach Basel, Ulm, Stuttgart etc. Der nächste Flughafen ist in Zürich, weitere Flughäfen sind in Friedrichshafen (da fliegt aber nur wenig) oder Stuttgart.

Natürlich kannst du Konstanz auch mit dem Schiff erreichen: Verschiedene Kursschiffe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz steuern Konstanz an, außerdem auch diverse kleinere Schiffe und die Fähre von Meersburg. Die Fähre fährt im 15-20 Minutentakt und ist auch nachts jede Stunde unterwegs, hier kannst du mit Auto, Rad oder nur zu Fuß mitfahren. Die Fähre hält im Stadtteil Staad, von dem aus direkt im Anschluss ein Bus der Linie 1 gen Innenstadt fährt. Infos zu den meisten Schiffen gibt es bei der BSB, Infos zur Fähre bei den Stadtwerken.

Baden, Kultur und Familienprogramm in Konstanz

  • Schwimmen kannst du besonders am Hörnle, das ist das (kostenlose!) öffentliche Strandbad mit Umkleide, Toiletten und Restaurant. Hier bist du am äußeren Zipfel des sogenannten Konstanzer Trichters. Auf dem Weg dahin liegt auch die Therme. Noch im Bau ist das Schwaketenbad im Stadtteil Wollmatingen, nachdem das bisherige Bad bei einem Brand zerstört wurde.
  • Kultur findest du in diversen Museen wie dem Rosgartenmuseum zur Stadtgeschichte oder dem Archäologischen Landesmuseum. Außerdem gibt es ein gutes Stadttheater und Vorstellungen der Südwestdeutschen Philharmonie. Konzerte gibt es regelmäßig im Kulturladen (kurz Kula), ebenso wie Poetry Slams am letzten Mittwoch des Monats. Wer Lust auf einen Film hat, und wenn es nur wegen der Klimaanlage an heißen Sommertagen ist, wird im Cineplex fündig. Das Zebra-Kino beim Kula bietet eher Independent-Filme. 
  • Für Kinder ist vermutlich besonders das Sealife interessant, das liegt nahe der Altstadt direkt am Wasser. Online-Tickets sind etwas günstiger, daher würde ich vorab dort schauen. Außerdem gibt es den Wildtierpark in Allensbach oder einen Ausflug auf die Blumeninsel Mainau – an beiden Ausflugszielen gibt es auch schöne Spielplätze.

Noch Fragen? Tipps zum Parken und Einkaufen in der größten Stadt am Bodensee

  • Parken: Lass das Auto am besten stehen. Konstanz hat zwar einige Parkplätze, doch die sind besonders an Sommerwochenenden ständig belegt. Außerdem gibt es einen ganz guten ÖPNV und du erreichst die wichtigsten Orte auch mit einem Fahrrad. Oder du nutzt die Gelegenheit für einen Spaziergang durch die Stadt, da sieht man am meisten. Wenn du doch parken möchtest, gibt es am Döbele viele Parkplätze, die sonntags kostenlos sind. Etwas abgelegener, aber besser verfügbar und günstiger sind Parkplätze am Schänzle oder am Bodenseeforum. Mit dem Parkleitsystem der Stadt Konstanz siehst du, wo noch ein Platz frei ist.
  • Wochenmarkt: Konstanz hat einen richtig tollen Wochenmarkt mit vielen regionalen Produkten – kein Wunder, liegt die Gemüseinsel Reichenau doch direkt vor der Haustür. Dienstag und Freitag findest du den Wochenmarkt in Konstanz auf dem Stephanplatz, Mittwoch und Samstag auf der anderen Rheinseite am St. Gebhard-Platz. Mein Tipp: Hol dir Käse bei dem kleinen Käsestand, Aufstrich bei Huberts und ein frisches italienisches Brot oder eine Seele, dann hast du ein richtig leckeres Frühstück oder einen guten Snack für unterwegs.

Veranstaltungskalender: Wann in Konstanz mehr zu erleben ist

Meine Veranstaltungstipps gelten für normale Jahre ohne Coronavirus und die Einschränkungen einer Pandemie.

  • Im Juni bringt der grenzüberschreitende Nachtflohmarkt für knapp 20 Stunden das deutsche Konstanz und das schweizerische Kreuzlingen zusammen. Schnäppchenjäger können von Samstagabend bis Sonntagabend durch die gesamte Stadt an Ständen entlang schlendern und um alte Gemälde, Möbel oder Teller feilschen. Die einen schwören darauf, gleich am Anfang stöbern zu kommen. Andere kommen extra kurz vor Schluss. Aber Achtung: Die Preise haben es manchmal in sich und du bist nur ein Besucher von tausenden. Hier die offizielle Homepage.
  • Mitte August ist meist das Konstanzer Seenachtfest. Die Zukunft dieses Großereignisses steht ein wenig in den Sternen, doch bislang lockt das Fest Menschen aus dem gesamten Bundesland an. Geboten werden ein großes Feuerwerk im Wettstreit mit den Schweizer Nachbarn: Erst böllert der eine, dann der andere, dann Konstanz und Kreuzlingen gemeinsam. Außerdem gibt es diverse Bühnen für Musik und viele Stände mit Essen oder schönen Dingen. Der Eintritt lag zuletzt stolz bei knapp 20 Euro, hier alle Infos auf der offiziellen Homepage. Möglichkeiten, das Feuerwerk an anderer Stelle günstiger zu genießen, gibt es übrigens kaum. Der gesamte Bereich wird abgesperrt und selbst die Aussicht von der anderen Seeseite kostet inzwischen etwas, denn in Meersburg findet zeitgleich das Wetterkreuz-Fest statt. 
  • Anfang Oktober findet sonntags auf der nahen Halbinsel Höri das Büllefest statt. Das ist ein nettes kleines Fest, bei dem die Hörigemeinden im Wechsel ihre besondere Zwiebel feiern. Die Bülle ist eine flache rote Zwiebel, die besonders mild und lecker ist. Man kann sie zum Beispiel in kunstvollen Zöpfen kaufen. Doch das Büllefest ist auch nett, wenn man keine Zwiebeln mag: Es gibt Essen, Trinken und heimische Produkte. Tipp: Einen Gemüsekorb dort kaufen, der ist unschlagbar günstig und frisch. 
  • Weihnachtsmarkt in Konstanz: Der Weihnachtsmarkt zieht sich von der Altstadt an der Marktstätte bis direkt an den See vor dem Konzil. Händler von nah und fern präsentieren ihre handwerklichen Waren, ich staune zum Beispiel immer wegen der schönen Lichtsterne. Außerdem gibt es sehr viel Essen. Ich mag am liebsten Dresdner Handbrot mit Käse, Dinnele (das sind quasi badische Flammkuchen) oder ungarischen Baumkuchen. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Konstanz ist der größte und für mich auch schönste Weihnachtsmarkt am Bodensee.  

Falls du noch Informationen oder Tipps brauchst, wende dich gerne an mich. Am schnellsten geht das via Instagram. Meine weiteren Beiträge zum Bodensee findest du hier: Tipps für Überlingen, zu Sehenswürdigkeiten in Konstanz und Umgebung sowie zu Restaurants in Konstanz. Zu den Sehenswürdigkeiten nahe Konstanz gehört auch die Blumeninsel Mainau, die ich schon mehrfach erwähnt habe – einen kleinen Guide findest du hier

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