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Auf ausgetretenen Pflastersteinen unterwegs – Travel-Guide für Montepulciano

Bei sirrender Hitze eine Pflasterstein nach dem anderen zu passieren, immer weiter den Berg hinauf und an einem Ort ankommen, an dem schon Robert Pattinson alias Edward Cullen stand? Das geht wohl nur in Montepulciano, einem 15.000-Einwohner-Städtchen inmitten der Toskana zwischen Florenz und Siena. Ein wunderschönes italienisches Städtchen mit allem, was zu einem Italien-Urlaub dazugehört. Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich dort eine wunderschöne Woche verbracht, kürzlich habe ich euch mit wenigen ersten Eindrücken sitzen lassen [klick]. Doch heute wird es endlich ausführlich! Und ein wenig wehmütig angesichts all der in Orange getauchten Bilder mit traumhafter Aussicht über die Weinberge. Dazu gibt es begehrte Insider-Tipps von meiner Freundin Caro, die dort für ein halbes Jahr gelebt und gearbeitet hat.

Travel-Guide Toskana mit Montepulciano

In meinem Fernweh-Beitrag zu Italien habe ich bereits erzählt, wie ich nach Montepulciano gekommen bin: nach zwei Tagen in Rom sind wir mit dem Zug nach Montepulciano gefahren, alternativ sind die Flughäfen Pisa und Florenz in der Nähe. Für eine Unterkunft würde ich bei airbnb schauen, wir haben bei meiner Freundin  übernachtet und hatten sogar einen Pool inmitten von Rosmarin-Büschen.

Sehenswürdigkeiten in Montepulciano

Montepulciano ist klein aber fein, entsprechend sind auch die Sehenswürdigkeiten. Am Fuß der Stadt liegt die Kirche San Biagio – „Wunderschön von innen und außen und man kann dort schön im Gras entspannen“, sagt meine Freundin Caro. Mitten in der Altstadt, also auf dem Weg Richtung Rathaus, ist der Torre di Pulcinella. Das ist ein Turm, auf dem zur vollen Stunde ein kleiner Clown mit einem Hammer gegen eine Glocke schlägt.

Schön ist auch das Rathaus, vor dem Twilight gedreht wurde, und das im Sommer angenehmen Schatten spendet. Auf dem Rathausplatz finden gerade im Sommer oft klassische Konzerte statt. Ich bin zwar kein Klassik-Fan, doch das sollte man sich nicht entgehen lassen. Weitere Informationen zum Cantiere findet ihr hier. Weitere Musik gibt es mit den Konzerten der Europäischen Akademie für Musik und darstellende Kunst im Palazzo Ricci.

Ein Klassiker der Stadt ist übrigens das Bravio delle Botti: Am letzten Sonntag im August kämpfen die acht Stadtteile gegeneinander und rollen Weinfässer den Berg hinauf. Das muss ich mir beim nächsten Mal unbedingt ansehen.

Sehenswürdigkeiten in Montepulciano

Die beeindruckendste Sehenswürdigkeit ist Montepulciano selbst mit seinen gewundenen Gassen und den vielen Aussichtsgelegenheiten. „Meine Lieblingsmauer ist bei San Francesco“, sagt die Insiderin.

Schlemmen in Montepulciano

In Montepulciano gibt es traditionelle toskanische Küche, wozu definitiv Pici gehören. Pici (gesprochen Pischi) sind etwas dicker gerollte Nudeln. Folgende kulinarische Tipps stammen von Caro, die in sechs Monaten die besten Food-Locations ausgemacht hat:

  • Typisch italienisches Frühstück gibts bei der Piazza delle Erbe: Ein Espresse an der Bar im Stehen und dazu „Una dolce“
  • Kaffee und Kuchen sollte man im „Caffé Poliziano“ nehmen. Das älteste Cafe in der Stadt. Etwas teurer, aber tolles Flair und hammer Aussicht.
  • Selbstgemachte „Pici aglio e olio“ und „Gnocchi al salmone“ von Marcella. Das Restaurant heißt „Il Cittino“. Es sieht von außen etwas runtergekommen aus und ist von innen auch ungewöhnlich. Aber sie macht das beste typisch toskanische Essen im ganzen Ort.
  • Pizza im „Cangnano“ oder bei „3 Stelle“. Das liegt außerhalb, lohnt sich aber für den dünnen, knusprigen Boden der Pizza.
  • Zum Eisessen geht man am besten in den Nachbarort nach Pienza. Ich fand auch die Eisdiele in der Stadt in Nähe des glockenschlagenden Clowns sehr lecker!
  • Wein darf man natürlich nicht vergessen zu probieren. Enotecen gibts genug. Sehenswert ist der Weinkeller direkt unter dem Palazzo Ricci.

Snapshots von Montepulciano

Einkaufen in Montepulciano

Für eine Kleinstadt hat Montepulciano einige schöne Geschäfte, besonders im unteren Stadtteil beim Torre di Pucinella. Hier hat es kleinere Boutiquen, die etwa preiswerte Lederwaren oder besonders schönen Schmuck anbieten. In den Schmuck hatte ich mich ein wenig verliebt und an dem gekauften Ring freue ich mich bis heute. Als Selbstversorger waren wir auch Lebensmittel einkaufen, doch eins muss man wissen: Brot können  Italiener nicht. Egal welche Sorte wir probiert haben, es hat einfach nicht geschmeckt. Auch das Ciabatta nicht, was ich sonst mit leckerem italienischen Brot verbinde. Besser auf ganz viel Pasta und Gemüse setzen, das schmeckt unschlagbar lecker.

Und sonst auf dem Programm: Entspannen in Montepulciano! Italien ist Urlaub für die Seele und nebenbei wird man schön braun, ob in den Altstadt-Gassen oder am Pool.  Sich vom Lebensgefühl der Italiener anstecken zu lassen, geht am besten auf dem Wochenmarkt. Jeden Donnerstag kann man am Busbahnhof leckeres und günstiges Obst und Gemüse kaufen.

Habt ihr auch Lust auf Italien?

Noch ein letzter Geheimtipp für die Umgebung (wieder von Expertin Caro): Der MonteAmiata mit seinen heißen Quellen.

Montepulciano im Herzen Italiens

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3 Kommentare

  • Antworten
    Wochenrückblick #114 - ÜberSee-Mädchen
    3. August 2015 um 08:58

    This Article was mentioned on xn--bersee-mdchen-ifb56a.de

  • Antworten
    Philipp
    20. Juni 2016 um 15:25

    Was für ein schöner Artikel.
    Die Toskana ist einfach ein reizender Fleck.
    Allerdings muss man auch Zeit mitbringen.
    Waren letzten Mai erst Inland, dann Meer. Einfach prima.

    Viele Grüße
    Philipp

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