Dieser Beitrag enthält nicht nur ein Rezept für Kräuteröl wie im Sternerestaurant, sondern auch unbezahlte Werbung: Das vorgestellte Buch "Dirty Bistro" ist ein Rezensionsexemplar des DK-Verlags.
Was ist giftgrün und macht so ziemlich jedes Gericht besser? Kräuteröl! Genauer gesagt Petersilienöl. Das sorgt nicht nur für hübsche grüne Kleckse auf dem Teller und damit einen unwiderstehlichen Look. Sondern das sorgt auch für extra viel Geschmack und eine ganz besondere Note. Ich bewundere diese Kleckse immer mal wieder in besonderen oder sogar Sterne-Restaurants, doch jetzt weiß ich, wie einfach so ein Kräuteröl selbstgemacht ist! Dafür braucht es nur zwei Zutaten, nämlich jede Menge Petersilie und neutrales Öl. Außerdem braucht es etwas Geduld, bis sich die beiden Zutaten verbunden haben und das Öl dann passiert ist. Doch das Ergebnis lohnt sich.

Das Rezept fürs Kräuteröl haben wir Max Strohe zu verdanken, seines Zeichens Sternekoch. Ich hatte immer mal wieder den Namen gehört, er geistert mit seinem Restaurant Tulus Lotrek, seinen Auftritten bei „Kitchen Impossible“ oder seiner Partnerin Sophie Passmann durchs Netz. Ich hatte aber keine genaue Vorstellung davon, wie und was er kocht. Umso gelegener war schon die Ankündigung des DK-Verlags, die das Debüt-Kochbuch des Querkopfs der Spitzengastronomie versprach: Dirty Bistro* klingt vielversprechend mit Rezepten von rebellisch bis raffiniert.
Statt auf die Rezepte für eine ganze Mahlzeit habe ich mich direkt auf die Grundrezepte gestürzt. Kräuteröl macht sich einfach in so vielen Lebenslagen so gut.
Max Strohe macht Öl aus allen möglichen Kräutern, wie er im Buch festhält, und zeigt das Prinzip am Beispiel von Petersilienöl. Wichtig ist das Verhältnis von Kräutern zu Öl, das in der Regel 1:1 sein sollte. Die Zubereitung ist auch ohne Thermomix denkbar einfach: Das Öl wird erwärmt und dann mit den Petersilienblättern fein püriert. Fein ist auch das Stichwort, wenn es ums anschließende Sieben geht. Dafür genügt theoretisch ein sehr feines Sieb, doch ich empfehle ein Passiertuch. Das habe ich mir direkt nach meiner Kräuteröl-Premiere gekauft, damit es die nächsten Male noch einfacher gelingt.


Tipp: Kauf dir direkt einen oder zwei Bund frische Blattpetersilie beim Discounter oder schau in einem türkischen Supermarkt danach. Denn mit den paar Gramm, die du im Supermarkt teuer kaufen kannst, kommst du für Kräuteröl nicht weit.
Schlotzig, sexy und saulecker soll das erste Kochbuch von Max Strohe sein, es darf geschmatzt und geschlürft werden. Steckt da das dirty in Dirty Bistro*? Vielleicht ist es auch dirty, weil es so vielen unserer derzeitigen Ernährungstrends nicht entspricht: Es geht nicht um Proteine, es geht nicht um wenig Fleisch und viel Gemüse, es geht auch nicht um eine Länderküche. Es geht schlicht um Genuss. Der Koch sagt selbst:
Die Rezepte sollen köstlich sein, ein wenig wolllüstig, so gut, dass man hineinbeißt, und so was sagt wie „wenn es das bei mir in der Nähe gäbe, würde ich das jeden Tag essen“.
Doch wie alltagstauglich ist ein Kochbuch, dessen erstes Bild ein dekadenter großer Hummer auf feinem Porzellan ist?




Kräuteröl braucht nur zwei Zutaten: Öl und z.B. Petersilie. So gelingen die lecker grünen Kleckse aus der Sterneküche ganz einfach zuhause.
einfach| 100 g | Petersilienblätter (ca. 200 g Petersilie) |
| 100 g | neutrales Öl, ich habe Sonnenblumenöl verwendet |
Das Kräuteröl hält sich ungefähr eine Woche im Kühlschrank.
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Du brauchst nicht unbedingt ein Thermometer, um das Öl auf 80 Grad Celsius zu erwärmen. Der Holzlöffel-Test hilft zwar nicht: Wenn du den Stiel eines Holzlöffels in Öl tauchst und Blasen aufsteigen, haben wir schon circa 150 Grad Celsius. Besser ist, wenn man den Topf problemlos kurz außen anfassen kann, aber das Öl selbst bereits sehr heiß ist. Dann haben wir ungefähr 80 Grad Celsius. Fürs nächste Mal kaufe ich mir aber ein einfaches Thermometer*, damit es zuverlässig gelingt. Das kostet auch nicht viel.
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