Der weltbeste Orangenkuchen mit ganzen Orangen nach Helen Goh

20. Mai 2026
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Dieser Beitrag enthält nicht nur ein Rezept für ultra saftigen Orangenkuchen, sondern auch unbezahlte Werbung: Das vorgestellte Buch "Backen & der Sinn des Lebens" von Helen Goh ist ein Rezensionsexemplar des DK-Verlags.

Hast du schon einmal ganze Orangen in einem Rührkuchen versenkt? Ich meine nicht die Schale und gegebenenfalls noch den Saft, sondern wirklich die komplette Frucht. Damit macht Helen Goh ihren Orangenkuchen besonders saftig und zum weltbesten Orangenkuchen, wie ein Journalist ihn mal gelobt hat. Helen Goh kennt man vom Kochbuch Sweets, das sie mit Yotam Ottolenghi geschrieben hat, und als jahrelange Konditorin an seiner Seite. Und den Orangenkuchen, den muss man unbedingt kennenlernen, denn der ist wirklich gut. Dafür werden Orangen eine Stunde lang gekocht, dann püriert und zu einem Rührteig verarbeitet. So einfach, aber so gut.

Orangenkuchen saftig aus ganzen Orangen nach Helen Goh Rezept von ÜberSee-Mädchen Foodblog vom Bodensee

Das Kochen der Orangen hat den schönen Nebeneffekt, dass die gesamte Wohnung duftet wie Frankreich zur Zeit der Orangenblüte. Damit wir anschließend die ganze Orange verwenden können, muss es sich natürlich um ungespritzte Bio-Früchte handeln. Außerdem brauchst du einen Pürierstab oder Foodprocessor, ich habe dafür mein liebstes Küchengerät* verwendet. Am besten bereitest du direkt etwas mehr Orangenpüree zu, damit du für das nächste Backen gewappnet bist. Die restliche Zubereitung ist, wie so oft, dann im Handumdrehen geschehen und die restlichen Zutaten hat man meist im Vorrat.

Rührteig-Rezept: Saftiger Orangenkuchen aus ganzen Orangen

Denn der Orangenkuchen besteht sonst aus einem einfachen Rührteig. Dafür werden Butter und Zucker aufgeschlagen, Eier untergerührt und dann das Orangenpüree zugegeben. Abschließend kommen im Wechsel eine Mehl-Mischung und Milch hinzu, fertig. Die meiste Arbeit übernehmen der Herd, denn die Orangen müssen etwa eine Stunde weich köcheln, und der Ofen, in dem der Rührkuchen dann für 70 Minuten verschwindet.

Helen Goh zeigt uns das Backen

Als der DK-Verlag sein Frühjahrsprogramm angekündigt hat, konnte ich mich kaum entscheiden angesichts so vieler toller Neuerscheinungen. Denn da kündigten auch Ali Güngörmüs und Martha Stewart ihre neuen Werke an, doch mir hat es direkt Helen Goh angetan. Denn ihr Werk Sweet*, das 2017 mit Ottolenghi erschien, ist wirklich toll und alles, was ich daraus ausprobiert habe, ist köstlich gelungen. „Backen und der Sinn des Lebens“ knüpft daran auf fantastische Weise an, ist aber noch gehaltvoller. Und damit meine ich nicht (nur) die mehrheitlich süßen Rezepte, sondern auch die zugehörigen Texte. Denn Helen Goh ist auch Psychologin und verrät uns Hintergründe zur kulturellen Praxis des Backens.

„Jeder Mensch, der, und sei es nur einmal im Leben, schon mal aus freien Stücken gebacken hat … tat das, weil der Akt des Backens auf irgendeine Art und Weise bedeutsam für ihn war. Ob Sie ein Backnovize sind oder eine erfahrene Kuchenbäckerin, wenn Sie die Ärmel hochkrempeln und die Rührschüsseln hervorholen, tun Sie das, weil es mehr ist als das bloße Herstellen eines Lebensmittels.“

Helen Goh

Blick ins Kochbuch: „Backen & der Sinn des Lebens: 100 Rezepte, die Freude bereiten„* von Helen Goh

  • Optik und Aufbau: Beim ersten Durchblättern kann man sich kaum entscheiden, denn so viele der 100 Rezepte klingen so vielversprechend. Es gibt sieben Kapitel mit Titeln wie Umsorgen, Feiern oder Gemeinschaft und Zugehörigkeit, was das Orientieren erstmal etwas schwierig macht. Die Bilder sind toll und es gibt eins pro Rezept, doch manche Zubereitungen sind so aufwändig, dass die Beschreibung zwei Seiten füllt. Ein Lesebändchen hilft, den Favoriten wiederzufinden.
  • Inhalt: Die meisten Rezepte sind süß, wenige salzig, und allesamt gut beschrieben. Auf meiner Favoritenliste finden sich Klassiker wie Creme Caramel, Rosinenbrötchen oder Bananenbrot, aber auch ungewöhnlichere Gerichte wie Lamm-Schawarma-Zigarren aus Filoteig, ein Zitronen-Ricotta-Cheesecake und geröstete Ananas mit luftiger Kokoscreme. Manche davon sind ganz einfach aus wenigen Zutaten gemacht, etwa knusprig weiche Chocolate Chips Cookies. Andere sind sehr aufwändig wie eine Festtagstorte mit Champagner und Schwarzer Johannisbeere. Das gleiche gilt für die Zutaten, da ist alles dabei von Vorratskammer bis ausgefallen – oder hast du schon einmal von Hojicha-Pulver gehört? Das ist wohl japanischer Grüntee, der über Holzkohle geröstet wird. Das Zutatenregister ist, wie immer bei DK, klasse, Zeitangaben bei den einzelnen Rezepten fehlen leider.
  • Fazit: Helen Goh eröffnet eine überraschend vielseitige, spannende Welt des Backens und schenkt uns 100 Ideen für eine entspannende Sonntagnachmittag-Beschäftigung. Die Rezepte haben das Potenzial, sich selbst und anderen damit etwas Gutes zu tun – und das auf ganz besondere Weise. „Backen & der Sinn des Lebens: 100 Rezepte, die Freude bereiten„* ist für mich ein ähnlich inspirierendes Standardwerk, das so gar nicht Standard ist, wie Sweet*. Das habe ich bei der Kochbuch-Challenge und bei den Lemoncurd-Cupcakes vorgestellt. Das neun Jahre lange Warten auf den Nachfolger ohne Ottolenghi hat sich gelohnt. Ich gebe 4,5 von 5 Sternen.

Saftiger Orangenkuchen aus ganzen Orangen

Saftig, einfach und doch besonders: In diesem Orangenkuchen werden ganze Orangen versenkt, Konditorin Helen Goh verrät ihr begehrtes Rezept.

einfach
  • Zubereitungszeit:
    15 Minuten
  • Garzeit:
    1 Stunden
  • Backzeit:
    1 Stunden 10 Minuten
  • Gesamtzeit:
    2 Stunden 25 Minuten

Zutaten

20 cm Springform
Rührteig
2 Bio-Orangen (wir brauchen 250 g gekochtes Fruchtfleisch)
330 g Mehl
250 g Zucker
170 g Butter
170 ml Milch
3 große zimmerwarme Eier
2 TL Backpulver
0.5 TL Speisenatron
0.5 TL feines Meersalz
Frosting
180 g Puderzucker
60 g Butter
20 ml Milch
0.5 TL Vanilleextrakt (selbstgemacht oder gekauft*)
1 Bio-Orange bzw. deren Schale

Utensilien

Zubereitung

  1. Die Orangen in einen kleinen Topf legen und mit kaltem Wasser bedecken, dieses zum Kochen bringen. Bei schwacher Hitze mit schräg aufgelegtem Deckel etwa eine Stunde köcheln lassen, bis die Orangen weich sind und ein Messer ohne Widerstand hineingleitet. Dann aus dem Topf heben und auf einem Teller abkühlen lassen.
  2. Orangen in acht Stücke schneiden und pürieren. 250 Gramm des Fruchtfleisches für den Orangenkuchen verwenden, den Rest fürs nächste Mal einfrieren.
  3. Backofen auf 175 °C Umluft vorheizen. Eine runde Springform mit Backpapier belegen.
  4. Mehl, Backpulver, Natron und Salz in eine Schüssel sieben.
  5. Butter und Zucker für zwei bis drei Minuten glatt rühren, bis die Creme etwas heller wird. Nach und nach die Eier hinzufügen und vollständig unter die Buttermischung rühren. Dann das Orangenpüree kurz unterrühren. Nun kommen im Wechsel ein Drittel der Mehlmischung, die Hälfte der Milch, nochmal Mehlmischung, Milch und abschließend Mehlmischung dazu.
  6. Masse in die Springform füllen und etwa 70 Minuten lang backen, bis ein Holzspieß sauber wieder rauskommt. Der Kuchenteig steht sehr hoch, doch er wird (sofern deine Form genauso hoch ist wie meine) nicht überlaufen. Kuchen aus dem Ofen nehmen und auf einem Gitter abkühlen lassen.
  7. Für das Creme-Frosting die Butter mit Puderzucker und Orangenschale verrühren – erst auf niedriger Stufe, dann etwa drei Minuten lang auf mittlerer Stufe. Milch und Vanilleextrakt zufügen, dann auf hoher Stufe weitere drei Minuten rühren, bis eine helle, schaumige Masse entsteht.
  8. Den abgekühlten Kuchen auf eine Servierplatte setzen und dick mit der Creme bestreichen. Dekorativ noch etwas Orangenschale darüber verteilen. In Stücke schneiden und genießen.

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Der Orangenkuchen aus ganzen Orangen punktet auf vielerlei Hinsicht:

  • Er ist saftig: Die Kombination aus ganzen Orangen, ordentlich Butter, Zucker, Eiern und Milch macht den Rührteig so saftig, dass der Orangenkuchen auch nach ein, zwei oder drei Tagen noch schmeckt.
  • Er ist schnell und einfach gemacht: Das Kochen der Orangen dauert eine Stunde. Doch wenn das Orangenpüree einmal vorbereitet ist, geht der Rest recht schnell. Die meiste Zeit braucht dann der Ofen (70 Minuten).
  • Er ist doch besonders – oder hast du schon einmal ganze Orangen in einem Kuchen verarbeitet? Wichtig dafür ist natürlich, dass es Bio-Orangen sind.

PS: Ich habe das ursprüngliche Rezept um 80 Gramm Zucker reduziert – genauso viel Zucker wie Mehl ist dann doch etwas arg. Schließlich kommt ja noch das Frosting drauf.

PPS: Helen Goh ist übrigens auch bei Ottolenghis aktuellem Buch Comfort beteiligt, das ich mit dem saftigsten Marmorkuchen vorgestellt habe.

Ich habe den Orangenkuchen aus ganzen Orangen übrigens genutzt, um meinen Kollegen im Büro eine Freude zu machen – und zwar ganz schön vielen. Denn der saftige Rührkuchen ist tatsächlich relativ mächtig, deshalb genügt ein kleines Stück fürs Kuchenglück. „Das Frosting hat fast gar keine Kalorien, oder?“, witzelte mein Chef.“Der ist schon verdammt lecker“, urteilte mein Team. Und ich freute mich einmal mehr, Abnehmer für leckere Backwerke zu haben.

Über mich

Hallo, ich bin Isabelle, 34 Jahre alt und lebe in Konstanz am schönen Bodensee. Auf meinem Blog ÜberSee-Mädchen.de zeige ich vor allem einfache Rezepte für leckeres Essen. Meine Kochkarriere begann mit der Sehnsucht nach Heimatküche wie Grießklöschensuppe oder schwäbischen Wurstspätzle. Seitdem habe ich viele Stunden in der Küche verbracht und allerlei Köstlichkeiten ausprobiert. Sieh dich ein wenig um und lass es dir schmecken.

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