Getrocknete Tomaten sind magisch, denn sie können ein Gericht mit wenigen Handgriffen verwandeln. Kein Wunder, denn sie sind durch ihre hohe Konzentration an natürlichem Glutamat ein intensiver Umami-Geschmacksverstärker. Da braucht es dann gar nicht mehr viel, um ein leckeres Abendessen zu zaubern: etwas Hühnchen, ein paar Kartoffeln, bisschen Spinat, Tomaten und Oliven. Fertig ist Hähnchen Toskana, wie es schon seit vielen Jahren auf deutschen Tellern landet. Das Prinzip erinnert an die virale Marry-me-Pasta, doch es gibt ein paar feine Unterschiede. Wir lassen zum Beispiel den Ofen die meiste Arbeit machen, statt alle Zutaten in einer Pfanne zu garen.

Außerdem verwenden wir Kartoffeln statt Nudeln und können so direkt alles in einer Auflaufform garen. Das ist zwar ungewöhnlich, denn als Schwabe esse ich sogar Königsberger Klopse am liebsten mit Nudeln. Schließlich hat meine schwäbische Oma das schon genauso gemacht. Doch beim toskanischen Hähnchen machen sich Kartoffeln einfach besser und haben zudem den Vorteil, dass sie gleichzeitig mit den anderen Zutaten im Ofen garen. Der tatsächliche Aufwand beschränkt sich dadurch auf zehn Minuten, anschließend braucht das Gericht nur noch 55 Minuten im Backofen.
Wer in historischen italienischen Kochbüchern stöbert, wird kaum ein Rezept für Hähnchen Toskana oder creamy tuscan chicken finden. Denn das scheint eine Erfindung rund um die Jahrtausendwende zu sein, als Menschen sich nach Toskana-Urlaub für die Kombination von getrockneten Tomaten, mediterranen Kräutern und Hähnchen begeistern konnten. Ein guter Schuss Sahne durfte auch nicht fehlen. So oder so ähnlich kam Hähnchen Toskana schon in Kindheitstagen auf den Tisch, gerne in Sauce schwimmend und mit Käse überbacken. Doch unsere moderne Version ist anders, noch besser. Und ob du darauf Mozzarella oder Parmesan schmelzen lassen möchtest, ist einen Versuch wert.


Die Zubereitung habe ich mir bei Eleanor Wilkinson abgeschaut, deren Buch „One Pot, One Portion„* mich im Herbst oft angelacht und schließlich begeistert hat. Manche meinen ja, dass es sich nicht lohnt, für eine Person zu kochen – das sehe ich als Foodie nicht so, schließlich möchte ich auch alleine gut essen. Doch mit Mengen tu ich mich manchmal schwer und für Inspiration bin ich immer offen, daher hat es mir das Kochbuch so angetan. Eine ausführliche Rezension folgt womöglich noch, bis dahin sei Hähnchen Toskana empfohlen. Und ein Blick auf ihren Instagram-Kanal und ihren Blog, denn da finden sich unzählige leckere Ideen.
So lecker stellt man sich die Toskana vor: Rezept für Hähnchen Toskana mit getrockneten Tomaten, Oliven und Basilikum musst du ausprobieren.
einfach| 1 | Hähnchenbrustfilet |
| 2 | handvoll frischer Blattspinat |
| 1 | handvoll Cocktailtomaten |
| 50 ml | Sahne |
| 40 g | getrocknete Tomaten in Öl |
| 40 g | Oliven, gerne gemischt |
| 1 EL | Olivenöl |
| 2 TL | Tomatenmark |
| 2 | Knoblauchzehen |
| 150 g | kleine Kartoffeln, z.B. Drillinge |
| etwas frischen Basilikum |
Dann verlinke @uebersee.maedchen auf Instagram.
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Mit wenigen Handgriffen haben wir saftiges Hähnchen, knusprig-weiche Kartoffeln und eine würzige Sauce. Ein perfektes Abendessen. Falls du Hähnchen Toskana nicht nur für eine Person, sondern mehrere zubereiten möchtest, kannst du die Zutaten einfach hochrechnen und eine größere Backform verwenden.


Wie so oft gilt übrigens: Je besser die Zutaten, desto leckerer das Ergebnis. Bei getrockneten Tomaten setze ich seit Jahren auf diese* hier. Und bei Oliven schmecken die mit Stein am besten, auch wenn man sie dann kurz pulen muss.
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